Rock zuknöpfte. ScMießlicli sah er mir an gewöhnliche"Leuten Nankinghosen. Leute von Stand trugen köstlichePhantasiestoffe oder das immer tadellose Weiß! Überdieswurden alle Hosen mit Stegen getragen, und seine stießsehr übel mit seinen Stiefelabsätzen zusammen, gegen diedie Ränder des eingeschrumpften Stoffs eine heftige Ab-neigung zeigten. Er trug eine weiße Krawatte, deren Endenseine Schwester bestickt hatte, die ähnliche bei Herrn duHautoy und Herrn von Chandour gesehen und sich beeilthatte, ihrem Bruder eine ebensolche zu machen. Nicht nurtrug niemand, abgesehen von ehrwürdigen Leuten, einige 11alten Finanzmännern oder gestrengen Beamten, am Vor-mittag eine weiße Binde, sondern der arme Lucien mußteauch noch jenseits des Gitters auf dem Trottoir der Rue deRivoli den Laufburschen eines Krämers mit einem Koroauf dem Kopf entdecken, an dem unser Angoulemer zUseinem Schmerz genau dieselben bestickten Schlipsendensah, die ihm vermutlich irgendein Nähmädchen, das seineGehebte war, gemacht hatte. Bei diesem Anblick ver-spürte Lucien einen Stich ins Herz, in dieses noch schlechterklärte Organ, in das sich unsere Reizbarkeit flüchtet,zu dem die Menschen, seit es Empfinden gibt, in den über-großen Freuden wie Schmerzen die Hand führen. Maumache diesem Bericht nicht den Vorwurf der Knaben-haftigkeit. Gewiß liegt darin für die Reichen, die dieseArt Schmerzen nie gekannt haben, etwas Armseliges undUnglaubliches; aber die Nöte der Unglücklichen verdienennicht weniger Aufmerksamkeit als die Krisen, die dasLeben der Mächtigen und Bevorzugten der Erde um-wälzen. Gibt es nicht ferner gleichviel Schmerz auf beidenSeiten? Der Schmerz steigert alles. Man ändere schließ-lich die Ausdrücke: an Stelle eines mehr oder wenigerschönen Gewandes setze man ein Ordensband, eine Aus-zeichnung, einen Titel. Haben diese scheinbar kleinen
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