Kammerherrn des Königs und wird Sie ohne Zweifel da-hin mitnehmen. Ich will Sie in Ihrem Glänze sehen undwerde in die Loge der Frau von Serizy kommen. Mangibt ,Die Danaiden'." „Adieu," sagte sie.
Am andern Tag versuchte Frau von Bargeton, sich eineVormittagstoilette zusammenzustellen, die zum Besuch beiihrer Cousine, der Madame d'Espard, paßte. Es war ziem-lich kühl, und sie fand in ihren altmodischen Sachen vonAngouleme nichts Besseres, als ein Kleid aus grünemSamt, das sehr extravagant garniert war. Lucien seiner-seits fühlte die Notwendigkeit, seinen famosen blauenAnzug holen zu gehen, denn er hatte vor seinem kümme r *liehen Gehrock Abscheu und wollte sich immer in feinemAnzug zeigen, weil er dachte, er könnte die Marquised'Espard treffen oder aufs Geratewohl zu ihr gehen. Erstieg in eine Droschke, um sein Gepäck sofort zu holen-Iji zwei Stunden gab er drei oder vier Franken aus, wasihm über die Geldverhältnisse des Pariser Lebens zu denkengab. Nachdem er sich aufs eleganteste ausstaffiert hatte,begab er sich nach der Rue Neuve-de-Luxembourg, wo erauf der Sehwelle Gentil in Gesellschaft eines Leibjägersantraf, der einen großartigen Federhut trug.
„Ich wollte eben zu Ihnen gehen; Madame übergab mirdas Briefchen für Sie," sagte Gentil, der sich auf die Aus-drucksweise, in der man in Paris den Respekt bezeigt,nicht verstand und an die Gutmütigkeit der Sitten in derProvinz gewöhnt war.
Der Leibjäger hielt den Dichter für einen Bedienten.Lucien öffnete das Billet und erfuhr, daß Frau von Bargetonden Tag bei Marquise d'Espard verbrachte und abends indie Oper ginge; aber sie bat Lucien, er möchte sich dort ein-finden, ihre Cousine gestattete ihr gern, dem jungen Dichtereinen Platz in ihrer Loge zu geben, die Marquise machte sichein Vergnügen daraus, ihm diesen Genuß zu verschaffen.
204