von Rubempre abholen; Sie gestatten mir doch gewiß,Sie beide in Paris einzuführen."
,Er hat mehr Ade] im Charakter, als ich dachte,' sagt«sich Frau von Bargeton, als sie hörte, wie er auch Lucieneinlud.
Im Juni wissen die Minister nicht, was sie mit ihrenTheaterlogen anfangen sollen; die ministeriellenDeputiertenund ihre Mandanten sind in den Weinbergen beschäftigtoder besorgen ihre Ernte, ihre anspruchsvollsten Bekanntensind auf dem Lande oder verreist; daher sehen die schönstenLogen der Pariser Theater um diese Zeit sehr seltsameGäste, die von den gewohnten Besuchern nie wiedergesehenwerden, und die dem Publikum das Aussehen eines ab-genutzten Teppichs geben. Chätelet hatte schon darangedacht, daß er infolge dieses Umstandes ohne viel KostenNai's die Vergnügungen verschaffen könnte, nach denendie Provinzialen am gierigsten sind. Als am nächsten TagLucien zum erstenmal hinging, fand er Louise nicht. Frauvon Bargeton war für einige unumgängliche Einkäufe aus-gegangen. Sie mußte mit den würdigen und berühmtenAutoritäten in Sachen der Frauentoilette Rats pflegen,die Chätelet ihr genannt hatte, denn sie hatte der Marquised'Espard ihre Ankunft mitgeteilt. Obwohl Frau vonBargeton das Selbstvertrauen hatte, das die gebietendeStellung langer Jahre mit sich bringt, hatte sie seltsamer-weise Angst, sie könnte als Provinzialin erscheinen. Siehatte genügend Takt, um zu wissen, wie sehr die Be-ziehungen zwischen Frauen von den ersten Eindrückenabhängen; und obwohl sie sich imstande wußte, sehr schnellauf das Niveau der überlegenen Frauen, wie Madamed'Espard, zu kommen, fühlte sie doch, daß sie bei ihremersten Auftreten Wohlwollen brauchte und wollte es ankeinem Faktor des Erfolgs fehlen lassen. Daher war sieChätelet überaus dankbar, daß er ihr die Mittel angegeben
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