hatte, sich mit der vornehmen Welt von Paris in Einklangzu setzen. Durch einen seltsamen Zufall befand sich dieMarquise in einer Lage, die es ihr sehr erwünscht machte,jemandem aus der Familie ihres Gatten einen Dienst zuerweisen. Ohne ersichtlichen Grund hatte sich der Marquisd'Espard von der Welt zurückgezogen, er kümmerte sichweder um seine Geschäfte noch um Politik, noch um seineFamilie, noch um seine Frau. Die Marquise, die so ihreeigene Herrin geworden war, fühlte das Bedürfnis, von der-zeit nach wie vor in ihrer Stellung geachtet zu werden;daher war sie glücklich, unter diesen Umständen denMarquis so zu ersetzen, daß sie die Protektion seinerFamilie übernahm. Sie wollte sich dieser Gönnerschaftostentativ unterziehen, um das Unrecht ihres Gatten zuunterstreichen. Am selben Tage noch schrieb sie an Frauvon Bargeton, geborene Negrepelisse, eines der reizendenBriefchen, deren Form so hübsch ist, daß man Zeit braucht,u «i hinter ihren Mangel an Inhalt zu kommen:
-Sie wäre glücklich über einen Umstand, der eine Frau»arer Familie näher brächte, von der sie sprechen gehörthätte und die sie kennen zu lernen wünschte, denn diefreundschaftlichen Beziehungen in Paris wären nicht sofest gegründet, daß man nicht wünschen müßte, einenmehr auf Erden zu haben, den man heben könnte; undwenn das nicht sein könnte, wäre es nur eine Illusion mehr,die man mit den übrigen bestatten müßte. Sie stellte sichihrer Cousine ganz zur Verfügung, und hätte sie schon auf-gesucht, wenn sie nicht ein Unwohlsein zu Hause fest-hielte; aber sie wäre ihr schon sehr verbunden, daß siean sie gedacht hätte.'
Während seines ersten Herumstreifens über die Boule-vards und die Rue de la Paix beschäftigte sich Lucien, wiealle Ankömmlinge, viel mehr mit den Dingen, als mit denPersonen. In Paris ziehen die Massen zuallererst die Auf-
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