zu verdanken. Verzeih! Ich habe zuviel auf dich gesetzt,um nicht alles fürchten zu müssen. Für mich ist eineTrennung der Vorläufer des Verlassenwerdens; und ver-lassen zu werden ist der Tod." „Aber, liebes Kind, dieWelt verlangt wenig von dir," erwiderte sie. „Es handeltsich nur darum, daß du hier die Nacht zubringst, und dubist den ganzen Tag bei mir, ohne daß jemand etwasdaran finden darf."
Einige Zärtlichkeiten beruhigten Lucien vollends. EineStunde später brachte Gentil ein paar Zeilen von Chätelet,der Frau von Bargeton mitteilte, daß er ihr in der RueNeuve-de-Luxembourg eine Wohnung gemietet hätte. Sieließ sich die Lage dieser Straße erklären, die von der Ruede l'Echelle nicht sehr entfernt war, und sagte zu Lucien:„Wir sind Nachbarn."
Zwei Stunden später bestieg sie einen Wagen, den ihrChätelet geschickt hatte, und fuhr in ihre neue Wohnung-Es war eine von denen, in die die Möbelhändler Möbelstellen, um sie an reiche Deputierte oder an hohe Persön-lichkeiten zu vermieten, die für kurze Zeit nach Paris ge-kommen sind; sie war üppig, aber unbequem eingerichtet.Lucien kehrte gegen elf Uhr in sein kleines Hotel zurück,und hatte von Paris noch nichts gesehen als den Teil derRue St.-Honore, der zwischen der Rue Neuve-de-Luxem-bourg und der Rue de l'Echelle hegt. Er legte sich in sei-ner elenden kleinen Kammer schlafen, die er unwillkürlichmit dem prächtigen Gemach Louisens vergleichen mußte.Kaum hatte er Frau von Bargeton verlassen, als der Barondu Chätelet anlangte. Er kam in strahlender Balltoilettevon einer Gesellschaft beim Minister des Äußern zurück. Erwollte Frau von Bargeton über alle seine VeranstaltungenRechenschaft ablegen. Louise war unruhig, dieser Luxusängstigte sie. Die Provinzgewohnheiten hatten schließlichauch sie erfaßt, sie war in ihren Ausgaben genau geworden;
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