Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
192
Einzelbild herunterladen
 

laufen. Lieben Sie Herrn von Rubempre, beschützen Sieihn, machen Sie, was Sie wollen, aber wohnen Sie nioWjzusammen! Wenn hier irgend jemand erführe, daß Sie u»selben Wagen gereist sind, wäre Ihnen die Tür zu der Welt,die Sie aufsuchen wollen, verschlossen. Überdies, Nais,bringen Sie einem jungen Mann, den Sie noch mit niemandverglichen haben, der noch keine Probe abgelegt hat, derSie hier vielleicht für irgendeine Pariserin, die er seineiüEhrgeiz dienlicher findet, vergißt, bringen Sie ihm kein«solchen Opfer. Ich will dem, den Sie Heben, nicht schaden,aber Sie müssen mir gestatten, Ihre Interessen den seinenvorzuziehen, und Ihnen zu sagen: Erforschen Sie ihn-Bedenken Sie die ganze Bedeutung Ihres Schritts. Wen 11Sie die Türen geschlossen finden, wenn die Frauen sie»weigern, Sie zu empfangen, dann sollen Sie wenigstens sogroße Opfer nicht zu bedauern haben; Sie sollen wissen,daß der, dem Sie sie bringen, sie immer verdient und sieversteht. Madame d'Espard ist um so mehr prüde undstreng, als sie selbst von ihrem Manne getrennt ist, ohnedaß die Welt in das Geheimnis ihres Zwists hat dringe»können; aber die Navarreins, die Blamont-Chauvry, dieLenoncourt, alle ihre Verwandten stehen auf ihrer Seite,die prüdesten Frauen verkehren bei ihr und empfangensie respektvoll, so daß der Marquis d'Espard ins Unrechtgesetzt scheint. Schon beim ersten Besuch, den Sie ihrmachen, werden Sie merken, wie richtig meine Ratschlägesind. Ohne Frage, ich kann es Ihnen voraussagen, ichkenne Paris: kaum sind Sie bei der Marquise eingetreten,kommen Ihnen verzweifelte Gedanken, sie könnte erfahren,daß Sie im Hotel du Gaillard-Bois mit dem Sohn einesApothekers abgestiegen sind, mag er übrigens auch Herrvon Bubempre heißen wollen. Sie müssen sich hier aufRivalinnen gefaßt machen, die in ganz anderer Art ver-schlagen und sehlau sind wie Amelie; sie werden schnell

192