„Du wirst also nicht auf meiner Hochzeit sein?" fragteer, „du wirst nicht bei uns bleiben? und da habe ich nunalles verschwendet, was ich hatte! Ach Luden, ebenbringe ich Eva ihren armseligen Brautschmuck; ich wußtenicht," sagte er, trocknete sich die Augen und zog einpaar Schmuckkästchen aus der Tasche, „daß ich bedauernmüßte, sie gekauft zu haben."
Er stellte mehrere mit Saffian überzogene Kästchen aufden Tisch vor den Platz seiner Schwiegermutter.
„Warum denkst du so viel an mich?" fragte Eva mitdem Lächehi eines Engels, das in Widerspruch zu ihrenWorten stand. „Liebe Mama," sagte der Drucker, „sageHerrn Postel, ich willige ein, meine Unterschrift zu geben,denn ich sehe auf deinem Gesicht, Lucien, daß du ent-schlossen bist, abzureisen."
Lucien nickte kraftlos und traurig mit dem Kopf undsagte nach einer kleinen Pause: „Urteilt nicht falsch übermich, gehebte Menschen."
Er griff nach Eva und David, zog sie an sich heran,drückte sie an sich, küßte sie und sprach: „Wartet ab, wasdaraus kommt; ihr werdet sehen, wie ich euch liebe. David,Wozu diente unser hoher Gedankenflug, wenn er uns nichterlaubte, gleichgültig gegen die kleinen Zeremonien zu sein,mit denen die Gesetze unsere Gefühle umwickeln? Wirdnicht trotz der Entfernung meine Seele hier sein? WirdUns nicht der Gedanke vereinigen? Werden die Verlegerhierher kommen, um meinen ,Bogenschützen Karls IX.'Und meine ,Margueriten' von mir zu bekommen? Früher°der später mußte ich immer tun, was ich jetzt tue. Aberkonnte ich jemals günstigere Bedingungen finden? Hängtnicht mein ganzes Glück davon ab, daß ich bei meinemersten Auftreten in Paris zu dem Salon der Marquise deEspard Zutritt habe?" „Er hat recht," sagte Eva. „Sagtestdu mir nicht selbst, er müßte bald nach Paris gehen?"
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