Tagen, wenn du sie hinbegleitet hast, wird sie schon er-lauben, daß du wieder hierher kommst! Sie wird dich unsacht Tage schenken, uns, die wir dich für sie aufgezogenhaben! Es wäre ein schlechter Anfang unserer Ehe,wenn du nicht dabei wärest ... Aber", unterbrach siesich plötzlich, „wirst du mit tausend Franken genug haben.''Dein Anzug kleidet dich himmlisch, aber du hast nur deneinen! Du hast nur zwei feine Hemden, die sechs andernsind aus grober Leinwand. Du hast nur drei Batistkra-watten, die drei andern sind aus gewöhnlicheni Jakonett;und deine Taschentücher sind auch nicht schön. Wirst duin Paris eine Schwester finden, die dir an dem Tag, wodu sie brauchst, deine Wäsche fertig macht? Du wirst sienoch sehr vermissen. Du hast nur eine Nankinghose, diein diesem Jahr gemacht worden ist; die aus dem vorigenJahre ist dir zu knapp; du mußt dich also in Paris neueinkleiden, und die Preise von Paris sind nicht die vonAngouleme. Du hast nur zwei anständige Westen, ichhabe die andern schon geflickt. Weißt du, ich rate dir,zweitausend Franken mitzunehmen."
David, der in diesem Moment eintrat, schien die letztenWorte gehört zu haben, denn er blickte den Bruder unddie Schwester schweigend an.
„Verbergt mir nichts," sagte er schließlich. „Denke,"rief Eva, „er reist mit ihr fort." „Postel", sagte FrauChardon, die hereintrat, ohne David zu sehen, „willigt ein,dir die tausend Franken zu leihen, aber nur für sechs Mo-nate, und er will einen Wechsel von dir, den dein Schwagerakzeptiert, denn er sagt, du bietest keine Garantie."
Die Mutter blickte sich um, sah ihren Schwiegersohn,und die vier Menschen blieben in tiefem Schweigen. DieFamilie Chardon fühlte, wie sehr sie David ausgenützthatte. Alle schämten sich. Eine Träne schwamm im Augedes Buchdruckers.
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