„Wie!" rief die hochmütige Negrepelisse, „was hat dieVerheiratung Ihrer Schwester mit dem großen Schrittunserer Liehe zu tun? Liegt Ihnen so viel daran, beidieser Kleinbürger- und Handwerkerhochzeit das großeTier zu sein, daß Sie mir diese edle Freude nicht zumOpfer bringen können? Ein schönes Opfer!" sagte sie ver-ächtlich. „Ich habe heute morgen meinen Mann um Ihret-willen in den Zweikampf geschickt! Gehen Sie, mein Herr,verlassen Sie mich! Ick habe mich in Ihnen getäuscht.'
Sie fiel fast ohnmächtig auf ihr Kanapee. Lucien stürztezu ihr, bat um Verzeihung und fluchte seiner Familie-David und seiner Schwester.
„Ich glaubte so an dich," klagte sie. „Herr von Cante-Croix hatte eine Mutter, die er vergötterte, aber um eine»Brief von mir zu bekommen, in dem ich ihm sagte: ,Ichbin zufrieden!' ist er im Schlachtendonner gestorben. UndSie können, wenn es sich darum handelt, mit mir zu reisen,nicht einmal auf einen Hochzeitsschmaus verzichten?"
Lucien wollte sich töten, und seine Verzweiflung war soaufrichtig, so tief, daß Louise ihm verzieh. Aber sie Heßihn spüren, daß er diesen Fehler wieder gutmachen müßte.
„Geh also," sagte sie endlich, „sei verschwiegen undsei morgen nacht um zwölf Uhr hundert Schritte hinterManslc zu finden."
Lucien fühlte kaum den Boden unter seinen Füßen-Er begab sich auf den Weg zu David. Seine Hoffnungenverfolgten ihn, wie die Furien den Orest, denn er gewahrtetausend Schwierigkeiten, die in dem schrecklichen Wort:,Woher Geld nehmen?' zusammenzufassen waren. Erhatte solche Angst vor dem Scharfblick Davids, daß e rsich in sein hübsches Arbeitszimmer einschloß, um sichvon der Betäubung zu erholen, in die ihn seine neue Lagegebracht hatte. Er sollte also diese Wohnung verlassen,die mit so viel Kosten für ihn hergestellt worden war. Alle
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