wie er vor Na'is auf den Knien lag. Herr von Chandourwar glücklich über die Wichtigkeit, die ihm diese Sachegab, und beeilte sich zunächst, das große Ereignis im Klubund dann von Haus zu Haus zu erzählen. Chätelet legteWert darauf, überall zu sagen, er hätte nichts gesehen;aber gerade dadurch, daß er sich so abseits stellte, reizteM Stanislaus zum Sprechen, brachte er ihn dazu, dieEinzelheiten zu übertreiben; und Stanislaus, der von sichselber den Eindruck bekam, er sei ein witziger Kopf,lügte bei jedem Wiedererzählen neue Einzelheiten hinzu.Am Abend strömte die ganze Gesellschaft zu Amelie, denndie übertriebensten Versionen zirkulierten schon am Abendm den Adelskreisen Angoulemes, wo jeder Erzähler demBeispiel Stanislaus' gefolgt war. Frauen und Männer warenUngeduldig, die Wahrheit zu hören. Die Frauen, die ammeisten die Hände zusammenschlugen und von Skandalund Unzucht schrien, waren gerade Amelie, Zephirine,üfine, Lolotte, die alle mehr oder weniger unerlaubter•Freuden schuldig waren. Das grausame Thema wurde inallen Tonarten variiert.
>,Ja," sagte eine, „die arme Nais! nicht wahr? Ichglaube es nicht, ein ganzes Leben ohne Tadel spricht fürS1 e; sie ist viel zu stolz, um etwas anderes zu sein als dieGönnerin dieses Herrn Chardon. Aber wenn das so ist,beklage ich sie von ganzem Herzen." „Sie ist um so mehr2 u beklagen, als sie sich schrecklich lächerlich macht; dennS1 e könnte die Mutter dieses Herrn Lulu sein, wie ihnJacques genannt hat. Dieses Dichterlein ist höchstensz Weiundzwanzig Jahre alt, und Nais hat, unter uns gesagt,gute vierzig hinter sich." „Ich für mein Teil", sagteChätelet, „finde, daß gerade die Situation, in der Herrv on Rubempre getroffen wurde, Nais' Unschuld beweist.Man fällt nicht auf die Knie, um zu begehren, was manschon gehabt hat." „Je nachdem!" sagte Francis mit
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