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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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S 124. VI. Geschichte des Religionsunterrichts. ;>1

lesen erinnere er an die Pflicht des häuslichen Lesens in derhl. Schrift; auch versäume er nicht, den Morgen- und Abend-segen aus Luthers kl. Katechismus lernen zu lassen. Ersterereignet sich auch sehr gut zum Gebrauch als Anfangsgebetfür die Schule.

§ 124.VI. Geschichte des Religionsunterrichts.

1. Der christliche Religionsunterricht hat seinen Stiftungs-brief an dem Worte des Heilandes Matth. 28, 19—20,welches in wörtlicher Übersetzung lautet: »Gehet hin undmachet alle Völker zu Jüngern, indem ihr sie taufet in (auf)den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligenGeistes und sie lehret halten alles, was ich euch befohlenhabe.« Durch zwei Mittel sollen die Menschen zu JüngernJesu gemacht werden, nämlich durch die Taufe und diechristliche Unterweisung, welche das halten lehrt, was Jesusbefohlen hat, also wesentlich erzieherischen Charakter hat.

Indem die Apostel in Erfüllung dieses letzten Wortesihres Meisters in alle Welt hinauszogen, wandten sie sichnaturgemäfs zunächst an die Erwachsenen. Ihre Aufgabewar die Missionspredigt, nicht aber der Jugendunterricht.Die Kinder zum Heiland zu führen, war die Sache derEltern, welche selbst das Christentum angenommen hatten;doch ermahnt Eph. (>, 1 der Apostel nicht nur die Eltern zuchristlicher Kindererziehung, sondern redet den Nachwuchsder Gemeinde selbst an.

2. In der Zeit der apostolischen Väter behält dieJugenderziehung ihren vorzugsweise privaten Charakter. Die-sem Zeiträume gehört an die aus dem B a r n a b a sb r i e f e undder Lehre der Apostel bekannte Zusammenstellungder Tugenden und Laster unter dem Bilde der zwei Wegedes Lebens und des Todes oder des Lichtes und der Finsternis,welche wahrscheinlich zum Zwecke der Unterweisung der-jenigen, welche Christen werden und sich taufen lassenwollten, entstanden ist. Wir begegnen hier den Anfängeneiner kirchlichen Einrichtung, welche seit dem Jahre 200allgemein geworden ist und für die Zeit der alten Kirchecharakteristisch ist, nämlich der des Katechumenats.