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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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§ 122. — 5. Sprüche.

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nicht nur in demselben die Botschaft von unserer

Erlösung, sondern es erweist, sich auch an unseren

Herzen als eine Kraft.

Das ist unser Trost. Denkt euch einen Gefangenen, der in

langer Kerkerhaft geschmachtet hat; nun kommt die Botschaft

seiner Befreiung, wie athmet er da auf; aber frei ist er dadurch

noch nicht, noch tragen seine Glieder die schweren Ketten; frei ist

er erst, wenn die Bande ihm abgenommen werden; dann kann er

erst wieder sich frei bewegen. Wifst ihr, wen wir mit solch einem

armen Gefangenen vergleichen können ? — Wir Menschen sind es.

Wer hat gleich die ersten Menschen in seine Ketten geschlagen ?— Der Teufel.

Wodurch ist ihm das gelungen ? — Durch die Versuchung.

Was hat er da wie eine schwere Kette um die Menschen ge-schlungen'? — Die Sünde.

Und was ist durch die Sünde in die Welt gekommen'? —Der Tod.

Unter Sünde und Tod gehen nun die Menschen hin als Knechtedes Teufels. Diese Ketten hat Jesus durch seinen Tod zerbrochen,und das Evangelium von Christo macht uns davon frei. Aber esnimmt uns nicht nur die Bande der Sünde und des Todes ab.Unser Spruch sagt: es sei eine Kraft Gottes, die da selig macht.An welche Zeit denken wir, wenn wir von der Seligkeit reden ? —An die Zeit nach unserem Tode.

Wir nennen das auch: in den Himmel kommen. In einemGespräch mit einem angesehenen Mann in -Israel, einem Mitglieddes hohen Rates, hat der Herr Jesus davon geredet, was dazu ge-höre, in das Himmelreich zu kommen. Wen meine ich da? — DenNicodemus.

An welche Bedingungen knüpft dort der Herr den Eingangins Himmelreich? — Ihr müsset von neuem geboren werden.

Was beginnt denn mit der Geburt eines Menschen? — DasLeben.

Der Herr sagt: »Ihr müsset von neuem geboren werden«.■Welche Forderung spricht er also damit aus ? — Die Forderungeines neuen Lebens.

Kein Leben in der Welt entsteht von selbst. Das wifst ihr ambesten aus dem Pflanzenreich. Wenn eine Pflanze a\if dem Ackeroder im Garten wachsen soll, woraus kann sie nur entstehen? —Aus dem Samen.

So ist es auch im geistlichen Leben. Darum vergleicht derHerr das gerne mit dem Leben der Natur. Denkt an das Gleichnisvom vierfachen Ackerfeld. Was ist denn dort unter dem Samen,den der Säemann ausstreut, dargestellt? — Das Wort Gottes.

Wozu ist es also fähig? — In uns ein neues Leben zu wirken.

Nun fafst alles zusammen, was wir bisher gelernt haben vomEvangelium; dann könnt ihr sagen:III. Weil das Evangelium von Christo, in welchem die

Apostel Jesu Person und Werk der Welt bezeugt

haben, nicht Menschenwort, sondern Gottes Wort

ist, so vernehmen wir nicht nur in demselben die