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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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§ 122.

4. Katechismus.

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Entwurf einer Katechese über die Auslegung des ersten

Gebotes.

1. a) Leute, welche in das Innere von Afrika gekommen sind,erzählen, dafs die Heiden jener Gegenden vor ihrem Dorf eineHütte errichten und darin Essen und Trinken bereit stellen für ihreGötter. Dieselben sollen draufsen einkehren, aber ja nicht hereinins Dorf kommen: die Heiden fürchten sich vor ihren Göttern. Sieglauben, wenn die Götter zu ihnen kämen, würden sie Krankheitenund sonstiges Unglück bringen. Wir Christen lächeln darüber. Wirbeten: »Komm, Herr Jesu, sei unser Gast!« Wenn wir uns auchfürchteten, würden wir sprechen: »Komm nicht!«

Wir Christen fürchten uns nicht vor unserm Gott.

b) Joseph war ein gottesfürchtiger Mann. Aber sein Wort zuden Brüdern: »Gott gedachte es gut zu machen,« zeigt uns, dafser sich nicht vor Gott fürchtete. Wovor er sich gefürchtet hat,wissen wir. Sein Wort zu Potiphars Weib sagt es uns. Josephfürchtete sich vor der Sünde, weil er damit Gott er-zürnt hätte. Er fürchtete sich vor der Sünde mehr, als vor derRache seiner Herrin, als vor dem Gefängnis u. s. w. Er fürchtetesie mehr als alles, über alles. So halten es alle gottesfürchtigenLeute: sie fürchten sich am meisten davor, Gott durch die Sündezu erzürnen. Finalsatz I: Wir sollen Gott über alle Dingefürchten, heilst: wir sollen uns am meisten davorfüreliten, Gott durch eine Sünde zu erzürnen.

2. a) Ein Kind liebt Vater und Mutter. Wenn die Elternsterben, hat es das Beste verloren, was es in dieser Welt hatte, denwertvollsten irdischen Besitz. Gott ist uns mehr als Vater undMutter. Er ist unser höchstes Gut im Himmel und auf Erden.Gott lieben heilst, Gott für den wertvollsten Besitz,für das höchste Gut ansehen.

b) Kinder beweisen ihre Liebe zu den Eltern, indem sie gerneihren Willen tliun. Gott ist unser Vater, so sollen wir auch gerneseinen Willen erfüllen.

Finalsatz II: Wir sollen Gott über alles lieben, heilst:Wir sollen ihn als unser höchstes Gut ansehen undgerne seinen Willen erfüllen.

3. Die Jünger fürchteten sich im Sturm. Jesus aber schlief.Er wufste, dafs sein himmlischer Vater ihm nichts Böses, sondernnur Gutes schicke. Das Kind fürchtet sich im Walde vor demfremden Manne, der ihm begegnet. Es traut ihm nicht, d. b. estraut ihm nichts Gutes zu. Vor seinem Vater fürchtet es sich auch

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