4 Der Unterricht in der Keligion.
c) Auf der obersten Stufe, im 6. und 7. Schuljahrist in biblischer Geschichte und Katechismus einemöglichst zusammenfassende Erkenntnis zu vermitteln.Naturgemäfs wird der schwierigste Lehrstoff auf den Schlufsder Schulzeit aufgespart. Kirchengeschichte, Bibel-lesen und Erklärung der Gottesdienstordnungkönnen erst hier mit Nutzen berücksichtigt werden.
2. Nach den Gegenständen des religiösen Unterrichts.
Entsprechend dem verschiedenen Stoff, welcher gleich-zeitig behandelt werden soll, haben herkömmlicherweise dieStundenpläne eigene Wochenstunden für den Unterrichta) in biblischer Geschichte, b) im Katechismus und c) im so-genannten Memorierstoff (Lernen des Katechismustextes, derSprüche und Lieder) vorgesehen, wozu auf der Oberstufe nochdas Bibellesen hinzutritt. Hiebei ist es oft vorgekommen,dafs Unterrichtsstoffe, welche im innigsten Zusammenhangmit einander stehen, ungebührlich von einander getrenntwurden. Es ist doch sicher eine Erschwerung des Unterrichts,wenn der Lehrer in der einen Stunde die Leidensgeschichtebehandelt, in der anderen den dritten Glaubensartikel und inder dritten ein Weihnachtslied lernen läfst, während es keinemZweifel unterliegt, dafs sich zur Leidensgeschichte derIL Glaubensartikel und ein Jesus- oder Passionslied von selbstfügen. Hier hat der Gedanke der Konzentration desgesamten Religionsstoffes eingesetzt.
Von diesem Standpunkt aus stellt man die Forderung,1. dafs Grundlage und Mittelpunkt des gesamtenReligionsunterrichts die biblische Geschichte (ein-schliefslich Bibellesen und Kirchengeschichte) zu bildenhabe, sämtliche Religionsstunden also zunächst diesemHauptgegenstande gewidmet werden sollen, 2. dafs die Be-sprechung der einzelnen Geschichte ein lehrhaftes Resul-tat ergeben soll, welches in einem Katechismussatz, in einemSpruche oder Liedervers zusammengefafst und eingeprägt wird.Begründet werden diese Forderungen namentlich damit, dafsdie religiöse Wärme, auf welche bei dem Religionsunterrichtalles ankomme, am sichersten durch die Behandlung derheiligen Geschichte erzielt werde, und dafs es unklug sei,