Wandlung bringen. Frau von Bargeton sollte in dieseherrückte Lage kommen, in die so viele Frauen gekommenS1 wd, die erst Verlorene wurden, nachdem sie ungerechtbeschuldigt worden waren.
Im Beginn der Leidenschaft schrecken unerfahrene Men-schen vor den Hindernissen zurück; und die Hindernisse,•he unsere beiden Liebenden vorfanden, glichen sehr denkesseln, mit denen die Liliputaner den Gulliver geknebeltWatten. Es waren gehäufte Nichtigkeiten, die jede Be-legung unmöglich und die heftigsten Wünsche zunichtedachten. So mußte zum Beispiel Frau von Bargetonitümer gewärtig sein, Besuche zu empfangen. Hätte sie111 den Stunden, in denen Lucien kam, ihre Tür ver-schlossen gehalten, dann wäre schon alles aus gewesen, undes wäre ebensogut gewesen, mit ihm zu entfliehen. SieetJ ipfing ihn in der Tat in dem Boudoir, an das er schon sogewöhnt war, daß er sich als Herr darin vorkam; aber diebitten blieben gewissenhaft offen. Alles ging ganz undgar tugendhaft vor sich. Herr von Bargeton ging in vollerHarmlosigkeit hin und her, ohne daran zu denken, seine* i'au könnte mit Lucien allein sein wollen. Wäre er daseinzige Hindernis gewesen, so hätte ihn Nais sehr gut weg-schicken oder beschäftigen können; aber sie war mit Be-uchen überlaufen, und es wurden ihrer um so mehr, jestärker die Neugier angestachelt wurde. Die Menschenw der Provinz sind von Natur aus Spielverderber, esa acht ihnen Freude, entstehenden Liebesverhältnissen inden Weg zu treten. Die Bedienten gingen im Hause hinlud wieder, ohne daß man sie gerufen hatte und ohne0l 'her an die Tür zu klopfen; es waren das alte Gewohn-tsten, die eine Frau, die nichts zu verbergen hatte, sieWatte annehmen lassen. Wäre an diesen Gepflogenheiten01 Hause etwas geändert worden, wäre das nicht ebenso-lel gewesen, als die Liebe einzugestehen, an der noch
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