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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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§ 116. Der Unterricht in den Handarbeiten für Mädchen. 397

IL Klasse: Fortübung im selbständigen Stricken, Beginn desHäkeins in leichten Arbeiten, Stricken nach einfachen Mustern zuKleidungsstücken, wie Hauben, Decken, Unterärmel etc. Kreuzstich (aufWunsch der Eltern auch Spinnen).

III. Klasse: Fortsetzung des Strickens (Ausbessern, Stopfen derStrümpfe), Häkeln (auf Wunsch der Eltern auch Spinnen); Beginn desNähens, Säumen; allmähliche Vervollkommnung im Nähen, Fertigung vonBett- und Tischwäsche, Schürzen etc.; Zeichnen der Wäsche sowie Aus-bessern der Kleidungsstücke, Erlernung der verschiedenen Näharbeitenzur Fertigung von Frauenhemden.

III. Methodisches.

1. Die Schülerinnen sind so in die Subsellien zu verteilen, dafsdie Lehrerin zu jeder derselben bequem hin treten kann.

2. Der Unterricht soll Klassenunterricht sein, das Ziel nichtzu hoch gesteckt werden.

Die Lehrerin mufs ein und dieselbe Arbeit unter entsprechenderZerlegung und Erklärung allen Schülerinnen zugleich (auch bankweise)vormachen; alle haben dann diese Teilübungen in der vorgeführtenWeise an demselben Stoffe (oft taktmäfsig) nachzumachen. Bei gemisch-ten Klassen sind die älteren und geschickteren Mädchen als Helferinnenherbeizuziehen. Die den Unterricht beginnenden Zurüstungs- und ihnschliefsenden Abräumungsarbeiten müssen besonders geübt werden.

3. Die Korrektur mufs die Schülerinnen zur Erkenntnis, Ver-besserung und Vermeidung der Fehler zu bringen suchen; Anfängerkönnen es nicht, darum muls die Lehrerin nach dem Unterrichtdie Fehler selbst verbessern.

4. Mit aller Strenge ist darauf zu sehen, dafs die MädchenMaterial und Arbeiten sauber halten und sich ordentlich und sitt-sam benehmen. (Nur gutes Material ist empfehlenswert.) Zur Be-handlungsweise eines speziellen Stoffes folgt hier ein kurzes Lehr-beispiel aus Dr. Springers »Handarbeitsunterricht in der Volks-schule«.

Stricken: »Das Fadenlegen zur Anschlagsma sche.<Dasselbe hat nicht nur den Zweck, die Maschenschlinge zu bilden,sondern zugleich auch das Garn zur Arbeit zu spannen. Denn nur, wenndas Garn in der rechten Spannung sich befindet, wird die Strickarbeitgleichmäfsig, d. h. nicht zu fest und nicht zu lose. Der Daumen besorgtdas Bilden der Maschen schlingen, die anderen Finger das Anspannendes Fadens. Die Übung zerfällt in 5 Teilübungen und dementsprechendin 5 Befehle.

1. Zuerst heilst es: Den Faden in Einschlaglänge von aufsennach innen über den kleinen Finger legt I Die Rechte, welche nochden abgemessenen Einschlag hält, legt den Faden in Einschlaglängeüber den kleinen Finger der Linken.

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