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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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4. Der Unterricht im Turnen.

richtspläne bis ins einzelnste hinein zu geben; es sei in dieser Hin-sicht auf die einschlägigen Schriften von Klols, Lion, Maul,Spiels, Weber, Hausmann, das Münchner Turn-und Spiel-buch etc. und auf die vorgeschriebenen Lehrpläne verwiesen. Alsallgemeine Regel dürfte gelten, dafs die Gemeinübungen (Frei-und Ordnungsübungen mit Stäben) samt den Spielen in denunteren Klassen der Volksschule die Hauptsache sind. Je älterdie Schüler, desto häufiger lasse man sie an den feststehendenGeräten turnen (wenn solche vorhanden sind).

Wir nehmen für die Volksschule vier Turnstufen an:

1. Stufe (1. Schuljahr) Spiele, leichte Freiübungen unddie einfachsten Ordnungsübungen.

2. Stufe (2. und 3. Schuljahr) Fortbetrieb der Freiübungenund Spiele, Ordnungsübungen, der Sprung als Vorbereitungfür das Geräteturnen, Anfangsübung en an den HanggerätenFür letztere ist i/ 3 der Ubungszeit zu verwenden.

3. Stufe (4. und 5. Schuljahr) die eine Hälfte der Zeit fürSpiele, Frei- und Ordnungsübungen (Reigen), die andereHälfte für Hangübungen und leichte S tutzÜbungen.

Die 4. Stufe (6..und 7. Schuljahr) beschäftigt die Schüler inder kleineren Hälfte der Zeit mit Spielen, Frei-und Ordnungs-übungen (Reigen), in der grösseren Hälfte mit Gerätübungen,bei welchen zu den Hang- auch die Stütz- oder Stemm-übungen in erhöhtem Mafse treten.

§ 112-III. Die Methode des Turnunterrichtes.

Das dem Turnen eigentümliche Lehrverfahren muls auf denallgemeinen Unterrichtsgrundsätzen fufsen. Dieser Forderunggenügt in erster Linie das Spiefssche Schulturnen. Wodarum getrennte Schulklassen bestehen und die nötigeZahl und Einrichtung der Geräte vorhanden ist, ist das Spiefs-sche Klassenturnen allein zu empfehlen. Fehlt es an derEinrichtung der Turnräume und der notwendigen Zahl derGeräte, so verbindet man mit dem Spiefsschen das Jahn-sche Turnen. In diesem Falle läfst der Lehrer die Frei- undOrdnungsübungen und Spiele von der ganzen Klasse ge-meinsam ausführen, die Gerätübungen aber unter Bei-hilfe besonderer Vorturner aus dem Schülerkreise unterseiner Oberleitung machen Auch in einklassigen Land-