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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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§ 111. II. Der Stofl des Turnunterrichtes.

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geschehen, womit aber ja nicht gesagt sein soll, dafs dieselben immerdurch Turnübungen auszufüllen sind. Es machen sich in den Pausenverschiedene Bedürfnisse geltend und besonders auch das, welches diePausen verursacht hat, das der Ruhe bei Schüler und Lehrer.

2. Die Anordnung und Verteilung des Lehrstoffes.

Der TurnstofE inufs für die Aneignung zweckmäßig zurecht-gelegt und nach pädagogischen Grundsätzen zusammengestelltwerden. Bei der Anordnung des Turnstoffes handelt essich somit darum,

1. dafs die aufeinanderfolgenden Übungen eine abwech-selnde Beteiligung aller Gliedmafsen durch verschie-dene Thätigkeiten in sich schliefsen (Richtiges Neben-einander);

Der Lehrer halte darauf, dafs Arm- und Beinthätigkeiten, Hang-und Stemmübungen, Frei- und Gerätturnen, ernste Turnarbeit undheiteres Spiel regelmäfsig abwechseln.

2. dafs die Übungen einen stufenmäfsigen Fortschrittvom Leichten zum Schweren zeigen (Richtiges Nach-einander) ;

Der Lehrer beachte sorgfältig die Leistungsfähigkeit seiner Schülerund lege ihnen weder eine zu grofse Anstrengung auf, noch eine zugeringe, da letztere Aufmerksamkeit, Kraft und Lust nicht herauszufordernvermag, sondern halte mit Berücksichtigung von Alter, Begabung, Fertig-keit etc. einen allmählich zum Schwereren fortschreitenden Stufengang ein.

3. dafs die Übungen durch Kombination, Wieder-holung und Fortsetzung sich gegenseitig durchdringenund ergänzen (Konzentration).

Mit den Hauptübungen, welche das Skelett des Lehrplanes bilden,setzte er nach und nach die verschiedensten Nebenübungen, Haltungenund Bewegungen, mit den Ordnungsübungen die Freiübungen etc. inVerbindung, so dafs sich schliefslich alle Übungen zu einem wohldurch-dachten Ganzen verweben. Die Nebenübungen können der Hauptübungvorausgehen, nachfolgen oder gleichzeitig mit ihr ausgeführt werden.Dies erfordert aber eine sorgfältige Vorbereitung und eine genaue Zu-rechtlegung der Übungsgruppen.

Die Verteilung des Turnstoffes hat im Unterrichtsp 1 anzu geschehen.

Dabei kommt besonders in Betracht, ob die Schule ein- odermehrklassig, ob sie eine Knaben- oder Mädchenschule ißt, ob eineTurnhalle vorhanden, ob im Winter und Sommer oder nur imSommer geturnt wird. Es kann hier nicht Aufgabe sein, Unter-