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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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4. Der Unterricht im Turnen.

leih mir die Scher'!), den Dritten abschlagen, Glucke undGeier, Fuchs aus dem Loch, schwarzer Mann, Barrlaufen,Ballspiele etc. Hierher gehören auch die spielrnäfsig be-triebenen Freiübungen wie das Radschlagen, schwedischeZweier- und Dreierübungen (Schwedenbrücke), Karrenfahren,hüpfender Kreis, kreisendes Rad, dann Ringen, Ziehen, Schieben,Schnee- und Eisfreuden.

Die vorgenannten Hauptübungen unseres Turnsystems sindso vielgestaltig, dafs sie nicht in jeder Schule in ihrem vollen Um-fange betrieben werden können und sowohl der Menge als demGrade nach für die verschiedenen Volksschulen verschieden seinmüssen. So kann eine siebenklassige Stadtschule, in welcher Knabenund Mädchen in fortschreitenden Klassen getrennt im Sommer undim Winter unterrichtet werden, nicht blofs eine gröfsere Zahl derÜbungen, sondern auch mehr Arten derselben und besonders mehrGerätübungen bewältigen als eine einklassige Volksschule. Deshalbsoll die Knabenschule die hauptsächlichsten Frei- und Ord-nungsübungen, die notwendigsten Gerätübungen und die einfacherenSpiele lehren, dabei aber alle Anforderungen zu besonderer Kunstund gröfserem Wagnis fallen lassen. Die Mädchenschuledagegen, obwohl sie das gleiche Ziel verfolgt, hat diesen Übungs-stoff, soweit es die Rücksicht auf den zarteren weiblichen Körper-bau und auf die allgemeine Schicklichkeit zur Pflicht macht, zubeschränken oder zu ändern.

Wo wegen Mangels geeigneter Räumlichkeiten im Winter kein eigent-licher Turnunterricht erteilt werden kann, hat der Lehrer trotzdem dieVerpflichtung, den Kindern Gelegenheit und Anleitung zu kräftigen,zweckentsprechenden körperlichen Bewegungen zu gehen. Diese Turn-übungen müssen in der Kegel stehend in der Schulbank gemachtwerden (vorausgesetzt, dafs man darin gerade stehen kann). Hierzueignen sich folgende Freiübungen: FufsStellungen, Zehen- und Hacken-stand, Stand auf einem Bein (aber keine weiteren Beinbewegungen),Rumpf drehen und -beugen, Armstofsen, -heben, -schwingen, -beugen,-strecken, -schnellen und -kreisen, Hand beugen, -strecken, -klappen,-kreisen, Fing er strecken, -spreizen, -beugen (besonders zwischen undnach den Schreibstunden), Schulterheben, -senken, -vorschieben, zurück-ziehen, -rollen; dann tief atmen, den Atem lang anhalten etc. DieseÜbungen werden, wenn der Lehrer während der Ausführung derselbenfür den Zutritt frischer und reiner Luft sorgt und der Fufsbodenrein ist, Körper und Geist wohlthätig anregen.

Lassen sich solche Übungen manchmal zur Auffrischung in 12Minuten langer Dauer zwischen den Unterricht hineinverlegen, so kanndas besonders in den Pausen zwischen den einzelnen Unterrichtsstunden