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3. Der Unterricht im Zeichnen.
entsprechender Weise mit herein zu ziehen suchten, währendHippius in seinen »Grundlinien der Theorie der Zeichenkunst«(Leipzig 1842) das Zeichnen als ein rein pädagogisches Bildungs-mittel auffafste, indem er Hand und Auge sowie freies Auffassenmethodisch übte.
So kam es allmählich zu Verbesserungen, neben denen aberviele Übelstände unbeseitigt blieben. Besonders hinderlich für denErfolg war der Einzelunterricht nach Handvorlagen, wodurch dieKraft des Lehrers aufs bedauerlichste zersplittert wurde.
4. Einen neuen Anstofs erhielt der Zeichenunterricht in denletzten 30 Jahren durch die Industrie- und Gewerbeaus-stellungen. Infolge derselben wurde die Ansicht allgemeiner,dafs durch einen verbesserten Zeichenunterricht in der Volksschuledie Hebel eingesetzt werden müssen, um an die Stelle der in derMasse noch herrschenden Geschmacksroheit eine gesunde und ver-edelte Geschmacksrichtung zu. setzen. Seitdem diese Erkenntnissich Bahn brach, ging man mit erneutem Eifer daran, die Methodedes Zeichenunterrichts zu verbessern. Zunächst kam man, infolgeeiner Anregung des Altmeisters Diesterweg »der Lehrer müsse ander Wandtafel vorzeichnend lehren«, zur sogenannten Wand-tafelmethode, die als die allein richtige zu bezeichnen seindürfte. Da aber die Voraussetzung, jeder Lehrer müsse vorbildlichan der Wandtafel vorzeichnen können, nicht überall zutrifft, undda es bei schon vorgeschrittenen Schülern zu zeitraubend und müh-sam erscheint, so gab man für die späteren Unterrichtsstufen ge-druckte Wandvorlagen heraus, die das Vorzeichnen nichtüberflüssig machen, sondern unterstützen sollen. Die Wandvorlagegibt das Ziel, das Vorzeichnen den Weg dazu an.
5. Hervorzuheben ist ferner, dafs der Anfang des Zeichen-unterrichtes in der Regel zu schwer war. Dieser Mifsstand wurdevon pädagogisch denkenden Männern immer mehr gefühlt und da-durch zu beseitigen gesucht, dafs sie den Kindern Hilfen boten,womit sie die anfänglich hervortretenden Schwierigkeiten über-winden sollten. Wie man beim ersten Schreibunterricht dem Kindenicht die leere Schreibfläche, sondern in den Doppellinien Malsund Grenze für die Schriftformen gibt, ebenso sollte auch imZeichnen über die ersten Schwierigkeiten hinweggeleitet und derSchüler in den Stand gesetzt werden, in seiner Darstellung sichüber das Formlose zu erheben. Schon Friedrich Fröbei erkannte,dafs man nicht sofort mit dem Freihandzeichnen beginnen könne,und meinte, dafs man durch ein Liniennetz den Schülern dieDarstellung geradliniger Figuren erleichtern müsse. Das Netz-