§ 107. in. Die Methode des Zeichenunterrichtes.
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- V. Stufe: Entwickelung der gebogeneu Linie zu Blatt- undBlumenformen.VI. Stufe: Entwickelung der gebogenen Linie zum Ornament.
Der Lehrstoff für die einzelnen Schuljahre ist in der Regel inden Lehrplänen speziell angegeben, auf welche deshalb verwiesen wird.
Die einfachste und regelmäfsigste Grundform, in welcher sichaber ein sehr vielgestaltiges Ornament entwickeln läfst, ist dasQuadrat. Huther undHerdtle, Flinzer, H.Schmidt undWeishaupt benutzen das Quadrat als Grundform. Auch in denbei Oldenbourg in München erschienenen Zeichenheften für dieVolksschulen ist dasselbe in Anwendung gekommen. Die zweiteGrundform bildet das Dreieck.
§ 107.' III. Die Methode des Zeichenunterrichtes.
1. Der Lehrgang
mufs im Zeichnen vorwiegend ein genetischer und zwarmeist der der Realsynthese (Progression) sein. Die Übungensind daher streng stufenmäfsig, vom Leichten zum Schwerenaufsteigend, aneinander zu reihen.
Unser Lehrgang ist bezüglich der äufseren Darstellungs-art mit steigender Schwierigkeit folgender:
a) Malendes Zeichnen, d. h. ein Nachbilden vonFormen, wie sie öfters den Fibeln beigegeben sind (Regens-burger Vorlagen), womit Vorübungen für Auge, Hand undKörperhaltung zu verbinden sind. Hieran schliefst sich
b) das Freihand-Zeichnen und zwar:
• 1. Mit Hilfslinien und -Punkten, deren Zahl all-mählich abnimmt.2. Freies Zeichnen ohne Hilfslinien und ohneHilfspunkte.
. Was der Lehrer vor zeichnet, soll der Schüler gründlichanschauen, und was dieser aufgefalst hat, soll er auchmerken und aus dem Gedächtnisse wiedergeben, in sym-metrischen Gebilden die fehlenden Halben und Viertel er-gänzen, oder verschiedene Motive verbinden und in letzterLinie (bei guter Begabung) neue Formen erfinden lernen.