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3. Der Unterricht im Zeichnen.
Der genetische Gang zielt also auf Aneignung der Fähigkeit
1. zum Kopieren (Nachzeichnen),
2. Reproduzieren (Gedächtniszeichnen),
3. Kombinieren (Ergänzen, Verbinden, Umformen),
4. Produzieren (Erfinden von Neuem).
Die Realanalyse tritt ein, wenn der Lehrer grofse Wand vor-lagen benutzt, die darauf dargestellten Gebilde in ihre Teile zer-legt etc. etc. Ihr schliefst sich die Synthese wieder an, wenn eran der Wandtafel aus den Teilen das Ganze aufs neue ent-stehen läfst.
Der Zeichenunterricht der Volksschule ist prinzipiellMassenunterricht, d. h. soweit es irgendwie möglich,zeichnen alle Schüler einer Klasse dasselbe in möglichstgleicher Zeit. Wer früher fertig wird, hat die Figur reinerauszuführen oder nochmals zu zeichnen. Tritt auf der Ober-stufe eine zu grofse Verschiedenheit in den Schülerleistungenhervor, so beschäftigt man einzelne Schüler, je nach der Leist-ungsfähigkeit, durch entsprechend schwerere Vorlagen.
Auch ist hier auf das Geschlecht insoferne Rücksicht zunehmen, als man in den Knabenschulen die Grundformen fürdie Handarbeit, in den Mädchenschulen das Zeichnen vonBlumen, Stickmustern etc. vorzugsweise zu üben hat.
2. Das Lehrrcrfahren.
Naturgemäfs verfährt der Zeichenunterricht, wenn er vonder Anschauung ausgeht, von dieser zur Auffassung undDarstellung fortschreitet.
a) Der Schüler soll also nichts zeichnen, was ihm nichtvorher zum Verständnis gebracht wurde. Es ist deshalbdas Vorbild, sei es eine Wandvorlage, eine Vorzeichnung desLehrers oder eine plastische Vorlage, ein Modell, vorzuzeigenund eingehend zu besprechen und zwar 1. hinsichtlich derForm und ihrer Zusammensetzung aus den Formelementen,2. bezüglich der Herstellung, wobei auf die Einteilung, dieTeilungspunkte und Hilfslinien hinzuweisen ist, und (wennthunlich) 3. auch in Rücksicht auf die praktische Ver-wendung des Gebildes. Nur so wird jede Aufgabe geistigesEigentum des Schülers.