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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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§ 98. IV. Geschichte.

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und Richtscheit« zeigte, wie man die Buchstaben nach geo-metrischen Proportionen entwerfen solle. Sein Landsmann Neu-dörffer fügte die Benennung der Buchstabenelemente hinzu.Das 18. Jahrh. brachte mancherlei Verbesserungen. Man bemühte sichum die Aufstellung einer zweckmäfsigen Buchstabenfolge undum die Herstellung von allerdings erst durch die Lithographieverbilligten Schreib vorlagen. Ein bedeutender Fortschritt wares, als man an Stelle des zeitraubenden Vorschreibens in die ein-zelnen Hefte die für die ganze Klasse geltende Vorschrift an derWandtafel setzte; dadurch wurde der Schreibunterricht zumKlassenunterrichte, der eine geregelte unterrichtliche Thätig.keit und bessere Disziplin ermöglichte. Als Vertreter der gene-tischen Methode seien unter vielen erwähnt: Müller, Beneke,Stephiini dessen »Ausführliche Beschreibung der genetischenSchreibmethode für Volksschulen«1815 erschien, Zerrenner, ZellerNatorp, Denzel. Sie sicherton die 2 Hauptmerkmale einer aus-reifenden S-chreibmethode: einen die Schriftentstehung unddie Schülerfähigkeiten berücksichtigenden Lehrgang und dasanalytisch-synthetische Lehrverfahren. Nebenher gingendie Verbesserungen der technischen Hilfsmittel. Zu den wag-rechten Hilfslinien gesellte man auch rechtsschräge. Als Be-gründer der Linearmethode gilt der Geheimkanzlist Schmottherrzu Dresden (1722), dessen Ideen Rofsberg weiter verbreitete; derMannheimer Schreiblehrer Heckmann erfand um 1840 ein Schreib-hetz mit Linien für jeden Grundstrich. Pestalozzi (f 1827),der anfangs ein ähnliches Liniensystem verwandte, behielt späternur 4 Hilfslinien bei. Schräge Hilfslinien, die anfangswohl zu billigen sind, werden gegenwärtig nicht von allen Schreib-lehrern für notwendig erklärt, da sie zu Unachtsamkeit, Unselb-ständigkeit und mechanischem Thun führen könnten. Die stattder Hilfslinien zuweilen benutzten Linienblätter können wegenihrer leichten Verschiebbarkeit höchstens in den obersten Klassenverwendet werden und können die Sehkraft beeinträchtigen. DieRechtsneigung der schrägen Hilfslinien bestimmen Heinrigs(1809), Kehr, Dietlein u. a. auf 55°. , Viele wünschen gegenwärtigeinen gröfseren Winkel. Zur Gewöhnung an richtige Schriftformund -Lage sollte früher auch das »Vorbleien« dienen, wobei feinvorgeschriebene Buchstaben »auszuziehen« waren. (Vgl. J. Locke,Ratke, die alten Römer und Herbarts Hornplättchen!)

Als Gegner des »gebundenen« Schreibens und aller Hilfs-linien erwies sich der Engländer Carstairs, der 181726 in Londonseine »Schnellschreibmethode« erklärte. Er will z. B. durch die