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1. Der Schönschreibunterricht.
Ende des Mittelalters die jetzige deutsche Kurrentschrift.Da der Buchdruck die älteren, einzelstehenden Formen beibehielt,bildete sich seit dem 15. Jahrh. auch der Gegensatz zwischenDruck- und Schreibschrift, so dafs heutzutage ein deutsches Kind8 Alphabete kennen lernt, von denen es 4 auch schreibend darzu-stellen hat.
b) Schreibkunst. Erst die Schrift gab dem geflügelten WorteHalt und Gegenständlichkeit genug, um die Reflexion darauf zulenken. Der zum Schrifttume erhobene Inhalt wurde Objekt derLehre und die ihn fixierende Schreibkunst Gegenstand plan-mälsiger Einübung. So steht noch heute die »Kunst der Buch-staben an der Schwelle des Unterrichts im Bildungsgange unsererKinder«. Im Mittelalter war die Schreibkunst noch wenig ver-breitet. Im allgemeinen waren nur Mönche und Geistliche imBesitze dieser Kunst, wie sie in den geistlichen Schulen auch dieSchreiblehrer waren. Zur Verbreitung der Schreibkunst trugeinerseits die der allgemeinen Volksbildung Vorschub leistendeReformation bei und andererseits die Entwickelung des Handel»und die Pflege des Meistergesangs im aufblühenden deutschenBürgertume, das schon im 12. und 13. Jahrh. vereinzelte »Schre ib-oder Briefschulen« gründete. — Anfangs des 17. Jahrh. schreibtdie Köthensche Schulordnung für die 2. Klasse den Schreib-unterricht vor, und Ende des 18. Jahrh. finden wir ihn fastin allen Volksschulen.
c) Methode. Das Lehrverfahren war lange Zeit ein reinmechanisches. Der Lehrer gab etwa auf einem Papierstreifen oderim Schülerhefte eine verschnörkelte Vorschrift; der Schüler maltesie in der Schule oder zuhause nach, worauf dann der Lehrer eineumständliche, durch Kielfedernschneiden unterbrochene Einzel-korrektur und erneute Vorschrift anbrachte. Die Buchstaben wurdenin alphabetischer Reihenfolge vorgenommen. Die Disziplindes Unterrichtes, der in Einzelunterweisung bestand, war höchstmangelhaft. Allmählich entwickelte sich die genetische Methode.Diese erstrebt vor der Einübung des Schreibstoffes klare Auf- undErfassung desselben und läfst zu diesem Zwecke das Laut-zeichen an der Wandtafel ansehen, worauf es zerlegt, be-schrieben und eingeübt wird. Die Aufeinanderfolge der Buch-staben wird bestimmt durch ihre Schreibschwierigkeit; derUnterricht erscheint als Klassenunterricht. — Die methodi-schen Verbesserungen traten jedoch erst nach und nachein. Der Vater der genetischen Methode ist Albrecht Dürer, derin seinem Werke »Unterweisung der Messung mit Zirkel