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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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§ 98. IV. Geschichte.

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b) Verwendung des zu übenden Buchstaben inWörtern, die früher schon gruppiert wurden als Unterrichts-ergebnisse

1. in der Orthographie, z. B.

(bei Potiphar), oder

2. in der Sprachlehre (du, deiner, dir, dich) etc. —Die erst frei, dann gleichfalls taktmäfsig zu übenden Wörterwerden vorher von den Schülern erklärt und buchstabiert.

In oberen Klassen schliefst sich an dieser Stelle das Satzschreibenan. (Geschäftsaufsätze!) — In das Bereich der > Anwendung« fällt auchdie Anfertigung von Probeschriften. Es empfiehlt sich, alle Viertel-jahre eine solche in ein nicht zu schwaches Heft eintragen zu lassen;dasselbe wird im Schulschranke aufbewahrt, wandert mit dem Schülerdurch alle Klassen und gibt ein anschauliches Bild von den Fortschrittendes Schreibschülers.

§ 98.

IV. Geschichte.

a) Schrift. Die Erfindung der Schrift ist in Dunkel gehüllt.Das Alphabet der Phönizier, die von den Ägyptern lernten,wurde die Mutter anderer Alphabete, vielleicht auch des Runen-alphabets der altgermanischen Völker. Die als Laut- und Zahl-zeichen zu zauberkräftiger Geheimschrift verwendeten ca. 15 Runensetzten sich aus senkrechten und schrägen Strichen zusammen.Durch Abrundung derselben und Anlehnung an die griechischeund lateinische Schrift bildete im 4. Jahrh. der Bischof Ulfilasdas gotische Alphabet. Infolge der Weiterverbreitung vonrömischer Bildung und. Christentum mufsten die Runen, die wiedas gotische Alphabet nie Volksschrift waren, der lateinischenKursivschrift die Herrschaft überlassen.

• Im 14. Jahrh. bildete sich durch Vereckung und Verschnör-kelung aus der Kursivschrift die deutsche Fraktur, auch»gotische« oder »Mönchsschrift« genannt, so dal's sich beider notwendigen Beibehaltung der Antiqua lateinische unddeutsche Schreibschrift gegenüberstanden. Aus der Fraktur,begründet durch Albr. Dürer, entstand durch Vereinfachung, fort-laufende Verbindung und Rechtsneigung der Buchstaben gegen