Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
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Sie hob ihre schönen Augen, die sie gesenkt gehaltenhatte, und sagte mit einem himmlischen Lächeln, das ihreWorte Lügen strafte:

„Wenn du es verdienst . . . später! Bist du nicht glück-lich? Ein Herz sein eigen nennen, alles sagen können, mitder Sicherheit, verstanden zu werden — ist das nichtGlück?" „Ja," antwortete er und verzog das Gesicht wiecm gekränkter Liebhaber. „Kind!" sagte sie scherzend...Nun, du hattest mir doch etwas zu sagen. Du warst mitetwas beschäftigt, als du eintratst, mein Lucien."

Lucien vertraute seiner Geliebten schüchtern die LiebeDavids zu seiner Schwester, die seiner Schwester zu Davidan und sprach von der beabsichtigten Heirat.

„Armer Lucien," sagte sie, „er hat Angst, er könnte ge-schlagen oder gescholten werden, wie wenn er selbst sichverheiraten wollte! Aber was ist daran Schlimmes?" fügtesie hinzu und fahr mit ihren Händen durch Luciens Haar...Was kümmert mich deine Familie, wo du eine Ausnahmebist? Wenn mein Vater seine Magd heiratete, würdest dudich viel darum scheren? Liebes Kind, Liebende sind fürsich allein ihre ganze Familie. Habe ich ein anderes Inter-esse in der Welt, als meinen Lucien? Werde groß, eroberedir den Ruhm, das allein geht uns an!"

Diese egoistische Antwort machte Lucien zum glück-lichsten Menschen auf der Welt. In dem Augenblick, woer die tollen Gründe hörte, mit denen Louise ihm bewies,daß sie allein auf der Welt wären, trat Herr von Bargetonein. Lucien runzelte die Stirn und schien verlegen; Louisemacht« ihm ein Zeichen und bat ihn, bei ihnen zum Essenzu bleiben. Sie sagte, es wäre schön, wenn er ihr AndreOhenier läse, bis die Spieler und die gewohnten Besucherkämen.

„Sie werden nicht bloß ihr ein Vergnügen damit machen,"sagte Herr von Bargeton, „sondern auch mir. Nichts

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