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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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1. Der Schönschreibunterricht.

Hand und Arm zwei besonders hervorzuhebende Ver-anstaltungen:

1. Besondere Vorübungen der Schreibglieder.

Sie sollen durchaus in unmittelbarer Verbindung mit demSchreiben der Buchstaben und Wörter stehen und sollen, wenn-gleich sie sich als günstige Nachwirkungen von Carstairs Wirk-samkeit darstellen, die Abwege in des berühmten Schreibmeisters»Methode«, die im ganzen für den Volksschulunterricht ab-zulehnen ist, vermeiden (cf. § 98, c »Geschichte«). Der Übungder Schriftformen auf dem Papier — wobei aus Ersparungs-gründen beschriebenes Papier oder dünnes Druckpapier ver-wendet werden kann (Probierhefte!) — haben Übungen inder Luft, die die Vorschrift verinnerlichen, voranzugehen. —Dietlein empfiehlt in seinem »Wegweiser für den Schreib-unterricht« folgende Übungen:

a) Reine Fingerbewegungen mit feststehender Hand.— Der Lehrer kommandiert: streckt! beugt! Stoff, liefern dieGrundbuchstaben.

b) Reine Fingerbewegungen mit steter Fortbewegungdes Armes und der Hand. — Bei den Aufstrichen gleiten Handund Arm weiter; das Handgelenk bewegt sich dabei nicht; beiden Abstrichen ruht die Hand. — Kommando: übt! ruht! oder:fort! ab! Übungsstoff: Grundbuchstaben und daraus zu bildendeSilben.

c) Übungen zur Bildung des. Handgelenkes. Bei ruhigerLage des Vorderarmes gleitet die Hand weiter, und die Schreib-finger folgen den von der Handwurzel ausgehenden Bewegungen.Stoff: Buchstaben mit Ober- und Unterlängen.

d) Übungen zur Erzielung der Armbeweglichkeit. —Bei ganz freiem Arme oder die Hand nur ganz leicht gestützt,werden die in grofser Dimension zu schreibenden Buchstaben zeilen-weise in wagrechter und senkrechter Richtung verbunden.(Näheres bei Dietlein a. a. 0.)

2. Das Taktschreiben.

a) Der hervorragende Wert dieser Schreibweise wird vonden Pädagogen übereinstimmend anerkannt. Sie stellt dieSchreibthätigkeit aller Schüler einer Klasse unter den regeln-den Einflufs eines festgefügten Rhythmus und ist so in tech-nischer Hinsicht für die Anbildung der angeführten Eigen-