322
1. Der Schönschreibunterricht.
1. Richtige Rumpf- und Kopfhaltung!
Das Rückgrat des Schülers, also auch der ganze Ober-körper, zeige nahezu senkrechte Haltung. Der Kopf sei leichtnach vorn geneigt. Die starke Vorbeugung des ganzen Oberkörpers,verbunden mit starker Annäherung des Auges an die Schrift, be-einträchtigt die Thätigkeit der Brust- Und Bauchorgane und schwächtdie Sehkraft. Dabei ist von Wichtigkeit die Beschaffenheit vonSitz und Tisch. Die Gröfse der Bank, welch letztere die wün-schenswerte »Minusdistanz« ermöglichen soll, entspreche der Körper-gröfse des Schülers, so dafs beide Füfse fest aufgestellt und dieUnterarme in der Schreiblage bequem wagrecht auf den Tisch ge-legt werden können. In angemessenen Zeiträumen ermögliche maneine Ruhelage für die Rumpfmuskeln durch Benutzung zweckmäfsiggeformter Rückenlehnen.
2. Richtige Armhaltung!
Von grofser Bedeutung für die Verhütung der seitlichenAusbiegung der Wirbelsäule und der Verschiebung und Er-höhung des linken Schulterblattes ist die richtige Haltungder Arme. Die Oberarme seien auf Handbreite leicht an denKörper herangezogen und die Vorderarme so schräg gegeneinandergerichtet, dafs die Hände unter einem rechten Winkel in der Mittevor dem Körper zusammenstofsen. Insbesondere darf der Ellen-bogen des linken Armes nicht zu weit vom Körper abstehen;2 / 3 — 3 / 4 der Länge der beiden Vorderarme ruhen auf der Tisch-platte, die etwas höher ist als der Ellenbogen des frei herabhängen-den Armes.
3. Richtige Hand- und Fingerhaltung!
Der Federhalter, von der Zeigefingerspitze 3—4 cm hinter derFederspitze berührt, wird von der Innenseite des Daumens unddem linken Nagelrande des Mittelfingers geträgen und vom Zeige-finger leicht bedeckt. Die bei aller Sicherheit ermöglichte Leichtig-keit der Federhaltung ist daran zu erkennen, dafs der Federschaftmühelos aus der Hand gezogen werden kann. Die Feder ist soaufzusetzen, dafs beide Spitzen in gleicher Weise die Schreibflächeleicht berühren. Um einen leichten, elastischen Druck zu ermög-lichen, sind Zeige- und Mittelfinger leicht zu beugen; krampf-haftes Andrücken, insbesondere das Durchbiegen des vor-,deren Zeigefingergelenkes nach unten ist zu vermeiden!
Der Daumen ist mehr gekrümmt als die beiden anderenSchreibfinger und bewegt im Verein mit diesen die Feder durchleichtes Ausbiegen ab- und durch Einziehen aufwärts. Der 4. und5. Finger sind nur wenig gebogen und stützen mit der rechten