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3. Der Unterricht in der Naturkunde.
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zu verarbeiten; deshalb leisteten sie auf dem Unterrichtsgebiete derNaturkunde wenig oder gar nichts; selbst auf höheren Schulenstand es mit dieser Disziplin nicht viel besser.
3. Unbefriedigt vom Herkömmlichen auf dem Gebiete desUnterrichtswesens, fing man im 18. Jahrhundert an, neue Bahnenauf demselben einzuschlagen, neue pädagogische Ansichten undSysteme aufzustellen. An diese Bestrebungen knüpft sich zunächstder Name Rousseau (1712—1778). In seinem »Emil« gab er vor-treffliche Anregungen, namentlich auch zu einem besseren natur-kundlichen Unterricht.
Über denselben macht er folgende Bemerkungen: »Der Unterrichtin der Physik beginne mit den einfachsten Erfahrungen, ja nicht mitInstrumenten. Diese müssen vielmehr aus solchen Erfahrungen hervor-gehen, ja, wenn auch noch so unvollkommen, vom Lehrer und Zöglingselbst angefertigt werden. Durch solche selbständige Thätigkeit erwirbtman Begriffe von gröfserer Klarheit und Gewifsheit.« — »Kein spekulativeKenntnisse«, fährt er weiter, >sind nicht für Kinder, selbst nicht fürsolche, welche sich dem Jünglingsalter nähern. Doch müfst ihr daraufsehen, dafs alle ihre Experimente eine Kette bilden, um sie mit Hilfedieser Kette im Verstände zu ordnen, denn ganz vereinzelte Thatsachenund Beweisführungen haften nicht im Gedächtnis.«
Die Ideen Rousseaus . wurden von den Philanthropistenins Leben zu rufen versucht. Unter diesen war es namentlichBasedow (1723—1790), der dem Unterricht in der Naturkundeeine zweckmäfsigere Gestaltung zu geben bestrebt war und zurStützung desselben ein dem Orbis pictus ähnliches Werk, das»Elementarwerk mitKupfern«, schrieb. Allein dieser Schrittzum Besseren kam der Volksschule direkt nicht zu gute. Mehrnützten ihr die Bestrebungen Rochows (1734—1805), die teilweiseauch zur Durchführung gelangten. Dieser forderte, dafs die Volks-schule den Unterricht auf alles ausdehne, »was im gemeinen Lebenvorfällt oder in jeder Lebensart nützlich sei«, und beanspruchte des-halb Unterweisung in »gemeinnützigen Kenntnissen«. Ihmkommt auch namentlich das Verdienst zu, die Physik in dieVolksschule eingeführt zu haben.
4. Die Naturkunde hatte sich nun in der Volksschule fürimmer ein, wenn auch bescheidenes, Plätzchen errungen. Durchdie Art und Weise freilich, wie man diesen Gegenstand gegen Endedes vorigen und zu Anfang dieses Jahrhunderts betrieb, wurde dereigentliche Zweck derselben: Kenntnis der Natur, nicht erreicht.In den meisten Schulen knüpfte man die naturkundlichen Be-lehrungen in dozierender Weise an die Bibel oder das Lesebuchan. Im ersteren Falle sprach man z. B. »bei der Schöpfungs-