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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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3. Der Unterricht in der Naturkunde.

entspricht dem Sinn der Jugend und sichert die Erfolge desUnterrichtes.

6. Der Naturgeschichtsmiterricht mufs auch auf dieästhetische Bildung des kindlichen Gemüts, auf dieWeckung und Pflege ästhetischer Gefühle und Empfin-dungen bedacht sein. Die niederen ästhetischen Gefühlewerden durch die Farbe und Gestalt der Naturkörper, ihreBewegungen etc. geweckt; diese müssen veredelt und zuhöheren ästhetischen Empfindungen erhoben werden, wasnamentlich durch den Hinweis auf die weise Zweckmäfsigkeitin der Natur zu erreichen ist. Vieler Worte bedarf es hiebeinicht; »die Natur mufs unmerklich,« wie Goethe sagt, »mehrdurch Vorbild und die Gelegenheit als durch Anweisungästhetisch belehren;« oft wird die Frage genügen: Was hateuch an dem behandelten Gegenstand besonders gut gefallen?

7. Die Lehrform müfs eine gemischte sein. Wasdie Schüler anschauen oder durch Nachdenken finden können,ist durch Frage und Antwort begrifflich festzustellen, was sichnicht entwickeln läfst, mufs mitgeteilt werden. Damit derentwickelte oder vorgetragene Lehrstoff den Schülern zumsicheren und dauernden Eigentum werde, mufs derselbe zuAufgaben, zu stilistischen Ausführungen benützt werden.Um den Schülern diese Übungen im mündlichen und schrift-lichen Gedankenausdruck zu erleichtern, hat der Lehrer dennaturgeschichtlichen Besprechungen stets eine bestimmte Dis-position zu Grunde zu legen. Doch ist diese nicht bei allenNaturkörpern dieselbe. Man wird im allgemeinen diejenigenTeile in den Vordergrund rücken, die für die Schüler dasmeiste Interesse haben. Besonders werden die folgendenPunkte zu berücksichtigen sein: 1. Aussehen des Naturkörpers(Form und Farbe). 2. Lebensweise (Biologisches: Lebens-bedingungen, Lebensverrichtungen, Entwickelung, Ausrüstungfür den Kampf ums Dasein); 3. Bedeutung und Stellung imHaushalte der Natur und des Menschen.

8. Beim naturgeschichtlichen Unterricht sind auch ver-wandte Stoffe des Lesebuches, wie Gedichte, Sagen undErzählungen etc. zu benützen. Dieselben dienen teils zurBelebung des Unterrichtes und zur Weckung und