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§ 92. III. Methode des naturkundlichen Unterrichtes.
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Wickelung, des Lebens, der Naturkörper, sowie zur liebe -vollen Betrachtung auch des Kleinen und Unschein-baren in der Natur anleiten. Die Kinder sind sehr ge-neigt, nur greisere Tiere und Pflanzen und diese nur in demhöchsten Stadium ihrer Entwickelung zu beachten. Darum hatsie der Lehrer gleich von Anfang des Unterrichtes an zur ge-nauen Beobachtung der allmählichen Entwickelung derNaturkörper, auch der kleineren, anzuregen. Zu dem Zweckmüssen die Schüler beispielsweise angehalten werden, bestimmteBäume des Schulortes oder der nächsten Umgebung desselben innerhalb eines Jahres mehreremal genau zu betrachtenund hievon in der Schule zu berichten, oder zu verfolgen,wie aus einer kleinen, scheinbar leblosen Zwiebel, aus einemeinfachen schlummernden Keim eines Samenkörnleins all-mählich der zusammengesetzte Organismus einer Pflanze mitBlättern, Blüten und Früchten sich entwickelt. Die Erziehungleistet durch solche Anregung der Jugend einen wesentlichenDienst; denn nur derjenige, der der Entwickelung des EinzelnenVerständnis entgegenbringt und das Kleine in seiner Bedeutungfür die Gesamtheit zu würdigen weii's, wird die Natur in ihrerbewunderungswürdigen Schönheit, ihrem unerschöpflichen Reich-tum an Formen und Farben, ihrer hohen Zweckmäfsigkeit rechtzu erkennen und zu gemefsen imstande sein. »Willst du dicham Ganzen erquicken, so mufst du das Ganze im Kleinstenerblicken.« (Goethe.)
4. Neben dem Gesetz der Entwickelung ist beimUnterricht das Gesetz der physiologischen Zweckmäfsig-keit und das der organischen Harmonie so viel wie mög-lich zu berücksichtigen (vergl. § 90).
5. Durch den naturgeschichtlichen Unterrichtmufs die Selbsttätigkeit der Schüler gepflegtwerden. Deshalb lasse man die Schüler selbständig Beob-achtungsaufgaben lösen, lasse sie selbst urteilen undschliefsen, leite sie zur Bestimmung von Naturkörpern,zum Nachzeichnen einzelner Naturobjekte (Umrifs einesTieres, Fufs und Schnabel eines Vogels, Form eines Blattes etc.),zur Anlegung von Pflanzen-, Käfer-, Schmetterlings- undMineraliensammlungen an, überwache dieselbe jedoch sorg-fältig. Nicht rezeptives Verhalten, sondern eigene Thätigkeit