§ 91. IL Stoff.
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Natur, von Einrichtungen im praktischen Leben, notwendigsind. Darum darf man keinen derselben im Unterricht un-berücksichtigt lassen. Zu den Erscheinungen und Anwen-dungen physikalischer Gesetze, die ein besonderes. Anrecht aufBehandlung in der Volksschule haben, dürften u. a. gehören:die gewöhnlichen Lufterscheinungen, Hebel, Feuerspritze, Pum-pen, Barometer, Thermometer, Dampfmaschine, Telegraph,Telephon, Dynamomaschine u. s. w.
2. Vom physikalischen Unterricht in der Volks-schule sind alle verwickelten Versuche und kompli-zierten Apparate, alle Künsteleien und spielenden An-wendungen, sowie alle mathematischen Ableitungenphysikalischer Gesetze auszuschliefsen. Diese Forderungist in dem Kenntuisstand der Schüler und in der dem physi-kalischen Unterricht zugemessenen knappen Zeit begründet.
3. Der zu behandelnde Stoff ist nach Gruppenzu ordnen. Dadurch erleichtert man dem Schüler die Auf-fassung der so grofsen Zahl von Erscheinungen.
4. Im physikalischen Unterricht ist auch aufdie Erklärung einfacher chemischer ErscheinungenBedacht zu nehmen. Da die Chemie für das menschlicheLeben in praktischer Beziehung von Tag zu Tag an Bedeutungzunimmt, so ist es dringend geboten, dafs auch die Schülerder Volksschule mit den Grundlehren derselben bekannt ge-macht werden.
Der Stoff für den naturkundlichen Unterricht ist in den Kreislehr-plänen angegeben; es sei nur bemerkt, dafs der naturgeschicht-liche Unterricht im ersten und zweiten Schuljahr noch nicht als selb-ständiger Gegenstand auftritt, sondern in engster Verbindung mit demAnschauungsunterricht und der Heimatkunde. Erst vom dritten Schul-jahr an wird dieser Unterricht gesondert erteilt. In den beiden erstenSchuljahren kann er aber schon angebahnt werden.
Der physikalische Unterricht ist nur für die Oberklasse be-rechnet und behandelt: 1. Wärme: Quellen, Ausdehnung der Körperdurch Wärme, Thermometer, Emporsteigen erwärmter Luft, Winde, dieVeränderung des Aggregatzustandes, wässerige Lufterscheinungen, Dampf-maschine, Verbreitung der Wärme. 2. Mechanische Erschei"n u n g e n : Fall und Gewicht, Schwerpunkt, Hebel, Pendel, wagrechteOberfläche des Wassers, spezifisches Gewicht, Luftdruck (Barometer,Pumpen), Druck verdichteter Luft (Feuerspritze). 3. Schall: Entstehung,