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3. Der Unterricht in der Naturkunde.
Dals der naturkundliche Unterricht auf die Entwicklungaller Fähigkeiten des Kindes förderlich einwirkt und des-halb für die Erreichung des Endzieles alles erziehendenUnterrichtes eine grofse Bedeutung hat, ist nicht schwernachzuweisen. Durch die Anleitung zum Beobachten der Natur-objekte und Naturerscheinungen übt und schärft er dieSinne. Dadurch, dafs er durch Beobachten und Vergleichenrichtige Anschauungen und klare Begriffe im Schüler zu be-gründen sucht, regt er denselben zum Denken an, und übtdurch Wiedererneuerung solcher Vorstellungen das Gedächt-nis. Indem der naturkundliche Unterricht in den Schülernden Sinn für die Schönheiten der Natur zu erschliefsen sucht,wirkt er veredelnd auf Herz und Gemüt ein. DurchAnleitung zur sinnigen Betrachtung der Natur, durch denHinweis auf die Wunder der Schöpfung, vor denen unsereWeisheit staunend still steht, wird der religiöse Sinn be-lebt und die religiöse Erziehung wesentlich unter-stützt. Endlich hat der naturkundliche Unterricht für daspraktische Leben einen grofsen Nutzen.
Die hohe Bedeutung des naturkundlichen Unterrichtes für dieGesamtbildung tritt auch klar hervor, wenn man den Einflufs unter-sucht, den derselbe auf die verschiedenen Interessen ausübt,welche der Unterricht überhaupt anzuregen hat. Das empirische In-teresse wird erregt durch die Vorführung, das Anschauen und Benennender Naturobjekte, die Beobachtung der Erscheinungen u. s. w. Das Ver-gleichen eines Gegenstandes mit anderen ähnlichen, die klassifizierendeAnordnung des Mannigfaltigen und die Auffindung der in den Erschei-nungen herrschenden Gesetze wirken anregend auf das spekulativeInteresse ein. Dem ästhetischen Interesse gibt die Beurteilung vonGestalt und Farbe in der Natur nach dem Mafsstabe des Schönen reich-liche Nahrung. Das sympathische Interesse wird gepflegt durch einepoetische Naturanschauung, aus welcher die richtige Wertschätzung derNaturobjekte entspringt. Das soziale Interesse findet Anregung durchden Hinweis, dafs in dem grofsen Haushalte der Natur ein Glied demanderen dient, woraus dann Folgerungen zu ziehen sind über das Ver-halten der Menschen untereinander u. s. w. Das religiöse Interessewird gepflegt durch den Hinweis auf die Weisheit und Allmacht desSchöpfers, die uns überall in der Natur entgegentritt.