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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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§ 88. IV. Geschichte der Methodik des Geschichtsunterrichtes. 285

zubabnen, waren Basedow die Kupfer des »Elementarwerkes«, dieim Gegensatze zu Bunos Geschichtsbildern den Zweck hatten,historisch treue Anschauungen zu vermitteln. Noch ernsternahm es Salz mann mit der Veranschaulichung der Geschichte,indem er vor jedem andern Geschichtsunterricht die Behandlungder heimatlichen Geschichte empfahl. Klare Verständig-keit und Anschaulichkeit war es sonach ganz besonders, wasden Philanthropisten am Herzen lag. Zugleich machten sie aberauch Front gegen den mechanischen Gedächtniskram des damaligenGeschichtsunterrichtes und betonten nachdrücklichst den prak-tischen, geist- und charakterbildenden Wert der Geschichte.

Von grofser Bedeutung für einen geistvolleren Betrieb des Ge-schichtsunterrichtes wurde das Auftreten des Göttinger HistorikersSchlözer, der die Geschichte weit weniger als Dynasten- undKriegsgeschichte, als vielmehr als Kulturentwicklung der Mensch-heit aufgefafst wissen wollte.

So hatte sich am Schlüsse des 18. Jahrhunderts die Erkenntnisdurchgerungen, dafs es im Geschichtsunterrichte mit dem Ein-pauken von Namen und Zahlen aus einer Tabelle nicht abgethansei. Man fing an, das vaterländische und kulturgeschichtlicheMoment zu betonen. Ein eigentlicher Geschichtsunterricht bestandübrigens fast nur an Mittelschulen und gehobenen Stadt- undBürgerschulen; in den Landschulen gab es nur Anfänge des Ge-schichtsunterrichtes.

3. Der Geschichtsunterricht im 19. Jahrhundert.

In dem ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts sind irgend er-hebliche Portschritte auf dem in Rede stehenden Gebiet nicht zuverzeichnen. Das Haupthindernis, das einer gebührenden Pflegedes Geschichtsunterrichts noch immer im Wege stand, lag darin,dafs man den hohen erziehlichen Wert der Geschichte, insonder-heit der vaterländischen, noch lange nicht genug erkannte undwürdigte. Das änderte sich, als die grofse Zeit der Freiheits-kriege anbrach. Sie entzündeten das Interesse auch der mittlerenund niederen Klassen des Volks an Lauf und Wechsel der Welt-begebenheiten und liefsen infolgedessen auch den Geschichtsunter-richt für die Jugend notwendiger erscheinen. Zugleich schufendamals vortreffliche Erzähler wie Bredow und Kohlrausch Werke,die geeignet waren, Lust und Liebe für die Geschichte zu erweckenund ihr neue Freunde zu gewinnen.

Freilich liefs die Beschaffenheit des Geschichtsunterrichtesbis in die neueste Zeit noch immer viel zu wünschen übrig. Hin-sichtlich der Auswahl des Stoffes machten Lehrer und Lehrbücher