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2. Der Unterricht in der Geschichte.
oft die gröbsten Mifsgriffe, und nicht besser stand es um dieunterrichtliche Behandlung. Von einer anschaulichen leben-digen Darstellung der Geschichte, von einem freien Vortrag desLehrers war noch selten die Rede. Gewöhnlich wurde der Unter-.rieht noch an das Lesebuch angelehnt; die betreffenden Abschnittedesselben wurden in der Regel nur gelesen und hernach durchAbschreiben, Diktieren und Memorieren dem Gedächtnis der Schülereingeprägt.
Von diesen Mängeln hat sich der Geschichtsunterricht in derVolksschule im Laufe dieses Jahrhunderts erst nach und nach freigemacht. Die in dieser Richtung eingetretenen Verbesserungen sindteils die Folge der fortgeschrittenen Lehrerbildung, teils haben sieihren Grund in der Wirksamkeit einzelner Pädagogen.
Von letzteren hat Pestalozzi, dem die Volksschule sonst soviel verdankt, auf die Gestaltung des Geschichtsunterrichtes einendirekten Einflufs nicht geübt. Wohl aber hat Pestalozzi indirektdie Methode des Geschichtsunterrichtes gefördert, sofern seine all-gemeinen didaktischen Grundsätze mehr und mehr auch für diesesUnterrichtsgebiet maßgebend wurden. Bald nach ihm wandtenhervorragende Methodiker, wie Zerrenner, Harnisch, Kapp,Jacobi, Haupt, Stiehl, Campe, Biedermann, Diesterweg,Prange, Grube u. a., dem Geschichtsunterrichte ihre Aufmerk-samkeit zu. Einer der ersten, welche eine Verbesserung der Me-thodik anstrebten, war Harnisch. Er ist der Schöpfer der »Welt-kunde«, einer Disziplin, in der er Naturkunde, Geographie und Ge-schichte harmonisch zu verbinden strebte, wobei die Geschichteaber doch ziemlich isoliert blieb. Kapp redet dem regressivenLehrgang das Wort, Haupt tritt für das gruppierende Verfahrenein, und Stiehl knüpft den Geschichtsunterricht an vaterländischeGedenktage an.
Das Charakteristische dieser Methoden liegt weniger in derunterrichtlichen Behandlung als in der Anordnung des Geschichts-stoffes. Neuestens ist sehr warm für die Pflege des kulturgeschicht-lichen Unterrichtes sowie für die Verwertung der Geschiehtsquellenim Unterricht Albert Richter eingetreten. Auch die Jünger Her-barts fordern engsten Anschlufs des Geschichtsunterrichtes an dieQuellen der Geschichte.
§ 89.V. Literatur.
Feldhausen, Methode des Geschichtsunterrichts in Volksschulen.Leipzig, Hesse. 1887. 1 Jl, — Knaak, Methode des Geschichtsunter-
richts in Volksschulen. Paderborn, Schöningh. 1885. 75 ,
Richter,