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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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2. Der Unterricht in der Geschichte.

8. Die anlehnende (kombinierende) Methode sucht dieGeschichte in unmittelbarer Verbindung mit anderenUnterrichtsfächern zu lehren. Den ersten und zugleichden weitgehendsten Versuch dieser Art machte Harnisch.Er wollte nämlich die gesamten Realien zu einer zusammen-hängenden Weltkunde verbinden. Später traten erneute,wenn auch nicht so weitgehende Versuche hervor; namentlichwurde eine Verbindung der Geschichte mit der Geographieversucht, so von Kapp u. a.

Bezüglich der Verwertung dieser Methoden gilt fol-gendes :

1. Recht wohl geeignet ist für die Volksschule die bio-graphische Methode; doch darf der Unterricht sich nichtblofs auf die Lebensbeschreibungen bedeutsamer Männerbeschränken, er mufs auch die grofsen geschichtlichen Ereig-nisse, wie Völkerwanderung, Kreuzzüge, ebenso die Entwicke-lung der kulturellen Zustände in historischen Einzel-bildern vorführen.

2. Die chronologische Anordnung des Stoffes ist imgrofsen und ganzen nach dem chronologisch-progressivenVerfahren vorzunehmen; sie ist die natürlichste, weil siedieselbe ist, welche die politischen Ereignisse und die Kultur-entwickelung selber nahmen; sie ist auch pädagogisch richtig;denn der Geschichtsunterricht beginnt in diesem Falle mit deneinfachsten, dem Kinde verständlichsten Lebensverhältnissen.Endlich haften infolge des chronologischen Zusammenhangsdie geschichtlichen Begebenheiten am sichersten.

3. Die synchronistischeund regressive, die grup-pierende und komparative Methode, desgleichen dasanlehnende Verfahren, sind sehr zweckdienlich für Wieder-holungen; also erst, wenn die Schüler das geschichtlicheMaterial auf geordnetem Wege bereits erworben haben undzur Anstellung von Betrachtungen und Vergleichungen be-fähigt sind, kann von diesen Methoden Gebrauch' gemachtwerden.