EHRBSBamPSl
- ' •
. ■ ■ " . '■■
§ 87. III. Methoden des Geschichtsunterrichtes.
277
eingeleitet und durchgeführt haben und das Jahrhundert, indem sie leben, gleichsam verkörpern.
2. Die pragmatische Methode läfst zwar das per-sönliche Geistesleben bedeutsamer Geschichtscharaktere nichtaufser acht, richtet aber ihr Augenmerk mehr darauf, denUrsachen der geschichtlichen Erscheinungen nachzuspüren,die Wirkungen jener Ursachen als Bedingungen für neueEntwickelungen darzulegen und somit den logischen Zusammen-hang der gesamten Geschichte lückenlos zu erforschen.
3. Die chronologisch-progressive Methode erzähltdie geschichtlichen Ereignisse in der zeitlichen Aufeinander-folge, in der sie sich ereignet haben.
4. Die chronologisch-regressive Methode beginntmit der Geschichte der neuesten Zeit und verfolgt die ge-schichtliche Entwickelung von da aus rückläufig bis zu denältesten Zeiten. Sie wurde besonders in den dreifsiger Jahrenunseres Jahrhunderts von Kapp und Jacobi befürwortet.
5. Die synchronistische Methode legt im Gegensatzzur chronologischen den Hauptwert auf das Nebeneinander,d. h. auf das gleichzeitige Geschehen verschiedener Geschichts-thatsachen in verschiedenen Ländern.
6. Die gruppierende Methode ordnet das Geschichts-material in Gruppen, deren Aufeinanderfolge im Unterrichteder allmählichen Entwickelung des jugendlichen Geistes ent-sprechen soll. Demnach soll erst das häusliche, dann das ge-sellige, politische, religiöse, wissenschaftliche und künstlerischeLeben den Gegenstand des Unterrichtes bilden und jede Gruppefür sich in ihrer Entwickelung dargestellt werden.
Eine Abart der gruppierenden Methode ist die kalen-darische Methode, die den geschichtlichen Stoff an dienationalen Gedenktage anschliefst. Der Schöpfer dieserMethode ist Stiehl. Dieselbe hat groCsen Einflufs auf denGeschichtsunterricht in der Volksschule dadurch gewonnen,dafs ihr Grundgedanke in die preufsischen Regulativevon 1854 überging.
7. Die komparative Methode sucht den Zweck desGeschichtsunterrichtes durch Aufstellung von Parallelen zu er-reichen (Napoleon und Cäsar etc.).