Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
145
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reich." „Sie tadeln mich hier alle, daß ich so viel dünge,"entgegnete der Vater. „Die Bourgeois, d.h. der Herr Mar-quis, der Herr Graf, der Herr Soundso behaupten, ich nähmedem Wein die Qualität. Nun hör mal zu! Diese Herrenernten sieben, manchmal auch acht Stück Fässer auf denMorgen und verkaufen sie zu sechzig Franken das Stück,das macht also in den guten Jahren höchstens vierhundertFranken auf den Morgen. Ich gewinne zwanzig Stück undverkaufe sie zu dreißig Franken, in Summa sechshundertFranken. Wo sind nun die Dummköpfe? Die Qualität!die Qualität! Was liegt mir an der Qualität! Die könnensie meinetwegen für sich behalten, ihre Qualität, die HerrenGrafen! Für mich sind die Taler die Qualität. Was sagstdu? ..." „Vater, ich verheirate mich. Ich wollte dichfragen.. ." „Mich fragen? Was! Nicht im geringsten, meinJunge. Verheirate dich, ich stimme zu; aber geben kann^h dir nichts, ich habe keinen Heller. Die Gebührenhaben mich ruiniert! Seit zwei Jahren habe ich Gebühren,Steuern, Auflagen aller Art zu zahlen; dicEegierung nimmtalles. Der größte Teil des Vermögens wandert zur Re-gierung! Seit zwei Jahren haben die armen Winzer nichtsVerdient. Dieses Jahr läßt sich nicht übel an, aber meineverfluchten Ohmfässer kosten schon elf Franken das Stück.Die Ernte wird für den Böttcher sein. Warum willst du vorder Weinlese heiraten?" „Vater, ich wollte nur um deineZustimmung bitten." „Ah, das ist eine andere Sache!Ich bin nicht neugierig, aber wen heiratest du?" „Ichheirate Fräulein Eva Chardon." „Was ist das für eine?Wovon lebt sie?" „Sie ist die Tochter des verstorbenenHerrn Chardon, des Apothekers von Houmeau." „Duheiratest eine Tochter des Houmeau, du, ein Bürgersmann,du, der Buchdrucker des Königs in Angouleme? Das sinddie Früchte der Erziehung! Darum läßt man seine Kinderstudieren! So! Sie ist also sehr reich, mein Söhnchen?"}v 145