Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
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voraus alle Ernten heimbringt und alle Freuden vorweg-nimmt. David mußte vor die Tür gesetzt werden; er hättegewünscht, dieser Abend nähme kein Ende. Es schlugein Uhr, als Lucien seinen künftigen Schwager bis zumPalet-Tor zurückgeleitete. Der wackere Postel, der überdiese ungewöhnliche Lebhaftigkeit unruhig wurde, standhinter seiner Jalousie; er hatte das Fenster geöffnet undsagte bei sich selbst, als er zu dieser Stunde bei EvaLicht sah:

,Was ist denn bei Chardons los?' — „Junge," rief er, alser Lucien zurückkehren sah, „was ist denn mit euch?Braucht ihr mich vielleicht?" „Nein," antwortete derDichter; „aber da Sie unser Freund sind, kann ich Ihnendie Sache sagen: meine Mutter hat David Sechard dieHand meiner Schwester versprochen."

Statt jeder Antwort schloß Postel heftig sein Fenster.Er war verzweifelt, daß er nicht um Fräulein Chardonangehalten hatte.

David kehrte nicht nach Angouleme zurück. Er schlugdie Straße nach Marsac ein. Er schlenderte langsam zuseinem Vater und erreichte den Weinberg, der an das Hausgrenzte, in dem Augenblick, wo die Sonne aufging. UnserLiebender bemerkte unter einem Mandelbaum den Kopfdes alten Bären, der über einer Hecke zu sehen war.

„Guten Morgen! Vater," sagte David zu ihm. „Was! dubist das, mein Junge? Wie kommst du zu dieser Stundeauf die Landstraße? Tritt hier ein," sagte der Winzerund wies seinem Sohn eine kleine Gittertür. „Meine Rebenhaben alle abgeblüht, keine hat Frost abbekommen! Esgibt dies Jahr mehr als zwanzig Ohm auf den Morgen.Aber wie das auch gedüngt ist!" „Vater, ich muß mit dirvon einer wichtigen Sache sprechen." „Nun, was machenunsere Pressen? Du mußt klotziges Geld verdienen." „Ichwerde es verdienen, Vater, aber gegenwärtig bin ich nicht

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