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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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1. Der Unterricht in der Geographie.

weit mehr als seine Vorgänger betont er die physische Seite derGeographie, da und dort auch schon die innere Verknüpfung dergeographischen Objekte.

Neben Gatterer war endlich Herder (17441803), den dergrolse Philosoph in Königsberg, Immanuel Kant, durch seineVorlesungen über physische Geographie für unsere Wissenschaftbegeistert hatte, in ganz hervorragendem Sinne für eine tiefereAuffassung des geographischen Studiums und eine geistvollere Be-handlung des erdkundlichen Unterrichts thätig.

Die vielfachen Bemühungen zur Verbesserung des geographischenUnterrichts äufserten ihre Rückwirkung auch auf die Volksschule.Namentlich die »Kinderfreunde« von Wilmsen und Rochowtrugen viel dazu bei, die vaterländische Jugend mit geographischenKenntnissen zu bereichern.

Das neunzehnte Jahrhundert.

Die bedeutendsten Fortschritte auf dem Gebiete der Methodedes geographischen Unterrichts weist das 19. Jahrhundert auf.

In erster Linie steht hier jener Mann, dem es gelungen, »deneuropäischen Schulwagen umzukehren«, Joh. Heinrich Pestalozzi(17461827). Er empfahl mit allem Nachdruck den von der nächstenUmgebung des Kindes ausgehenden synthetischen Lehrgangund drang in gewissem Sinne sogar schon auf den Nachweis desnatürlichen Zusammenhangs und des wechselseitigen Einflusses dergeographischen Objekte.

Die Verwirklichung dieser Ideen Pestalozzis im geographischenUnterricht erfolgte indes grofsenteils erst durch seine Schüler, be-sonders H e n n i n g und T o b 1 er.

So bedeutende Verdienste sich auch die Pestalozzianer um dengeographischen Unterricht erwarben, die hervorragendste Stellungin dieser Beziehung nimmt im 19. Jahrhundert Karl Ritter(17791859) ein. Bereits 1804 hat er sich über die Aufgaben derGeographie folgendermafsen geäufsert:

»Mein Zweck war, den Leser zu einer lebendigen Ansicht desganzen Landes, seiner Natur- und Kunstprodukte, der Menschen- undNaturwelt zu erheben und dieses alles als ein zusammenhängendes Ganzesso vorzustellen, dafs sich die wichtigsten Resultate über die Natur undden Menschen von selbst, zumal durch die gegenseitige Vergleichung,entwickeln. Die Erde und ihre Bewohner stehen in der innigsten Wechsel-beziehung. Das Land wirkt auf die Bewohner und die Be-wohner auf das Land; die physikalische Geographie istdaher auch die Basis der Geographie; sie gibt dem GanzenZusammenhang und jedem Teil seinen eigentümlichenCharakter und sein eigentümliches Leben.«