unter dem Sternengewölbe und in der lauen Nachtluft dieschmerzhafte Dornenkrone vergaß, die die Gesellschaftihm aufs Haupt gesetzt hatte. Herr von Rubempre er-kannte endlich David. Die Beweglichkeit seines Wesensführte ihn bald wieder in das reine, arbeitsame und bürger-liche Leben, das er geführt hatte; er sah es verschönt undsorgenlos. Der Lärm der aristokratischen "Welt entrücktel hm mehr und mehr. Endlich als er das Pflaster vonHoumeau betreten hatte, drückte unser Ehrgeiziger dieHand seines Bruders und gab dem Bunde der glücklichen■Liebenden seine Zustimmung.
>,Vorausgesetzt, daß dein Vater nicht gegen diese Ehe■st!" sagte er zu David. „Du weißt, wie wenig er sich ummich kümmert! Der alte Herr lebt für sich; aber ich willmn morgen in Marsac besuchen, und wenn es nur wäre,um ihn dazu zu bringen, daß er den Umbau macht, denwir brauchen."
David begleitete den Bruder und die Schwester zu FrauChardon, die er mit der Eile eines Mannes, der kein Zögernkennen will, um die Hand Evas bat. Die Mutter nahmdie Hand ihrer Tochter, legte sie freudig in die Davids,Und der Liebende faßte Mut und küßte seine schöne Ver-lobte,, die ihm errötend zulächelte, auf die Stirn.
,,So sehen die Verlobungen der Armen aus," sagte dieMutter und hob die Augen zum Himmel, wie um den SegenGottes zu erflehen. — „Du hast Mut, mein Sohn," sagtesie zu David, „denn wir sind im Elend und ich fürchte,daß es ansteckend ist." „Wir werden reich und glücklichsein," sagte David ernst. „Zunächst werden Sie Ihren Be-ruf als Krankenpflegerin aufgeben und mit Ihrer Tochterund Lucien in Angouleme wohnen."
Die drei Kinder beeilten sich nun, ihrer erstaunten Mutterihren reizenden Plan zu erzählen, und sie überließen sicheiner dieser begeisterten Familienplaudereien, wo man im
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