236
2. Geometrie oder Baumlehre.
2. Darstellung genannter Flächen und Körper. (Mit 1 ver-bunden.)
Berechnung obiger Flächen und Körper.
III. Gang.
1. Anschauen von: Kreis, Cylinder, Kegel, Kugel.
2. Darstellung genannter Flächen und Körper. (Mit 1 ver-bunden.)
3. Berechnen obiger Flächen und Körper.
4. Zusammenfassung und Repetition. Erweiterung
des Gewonnenen. Wissenschaftlichere Definitionen. Einteilung der
Geometrie.
Anhang.
Das Trapez; die Vielecke; die abgestumpfte Pyramide; derabgestumpfte Kegel. (Nur in Fortbildungsschulen.)
§ 76.
III. Methode.
a) Gang des Unterrichtes. (Grundsätze.)
Wenn auch die materielle Bedeutung der Geometrie nie inZweifel gezogen wurde, so geschah es doch vielfach in Bezugauf den formalen Wert derselben, und noch heute gibt es nachdieser Richtung Ungläubige, selbst unter Schulmännern.
Es kann auch keineswegs geleugnet werden, dafs dieErfolge des Unterrichts meist mit der dafür aufgewandten Zeitin keiner Proportion stehen; aber der Grund hiefür liegt nichtin der Geometrie, sondern in ihrem Betriebe. Die ganz natur-widrige Methode war es, die jahrhundertelang zu keinem be-friedigenden Resultate führte, eine Methode, bei der, wie Magersagt, die Schüler schon alle Sünden, die sie je in der Zukunftbegehen können, abzubüfsen imstande sind. Diese Methodeist es auch, die die Mathematik auf vielen Schulen heute nochzur Tortur für die Schüler stempelt und die endlich zu demSatze führte, dafs Dichter und Mathematiker geborenwerden müssen. »Freunde des geometrischen Unterrichteshaben diese Behauptung aufgestellt«, sagt Kehr, »vielleichtweil sie sich über den Besitz ihres mathematischen Talentesgeschmeichelt fühlten, —die Feinde haben zugestimmt, weilsie geglaubt haben, sich dadurch am ersten über den Mangelan geometrischen Kenntnissen zu trösten«. Es ist aber nichts