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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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1. Rechnen.

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Beispiel: 760 dl sind zu 6% ausgelegt, welche Zinsen erhältman jährlich?

Lösung: 100 dl betragen 6 dl,

600 » >

36 »

50 » >

> 3 »

10 »

> 3 / 5 » (addiert)

760 dl tragen 45 3 / 5 dl.

Diese Rechnungsweise trägt alle Merkmale eines geist-bildenden Unterrichts an sich; da sie aber nicht allgemeinanwendbar ist und vielfach sogar mehr Schwierigkeiten bietet,als der gewöhnliche Zwei- und. Dreisatz, so kann sie nur alssogenannte »freie Lösungsart« behandelt werden.

Mehr dürfte kaum zu empfehlen sein, sonst artet derRechenunterricht in geistige Seiltänzerei aus, an der sich derSchüler das Genick bricht.

11. Was der Schüler spricht, soll sprachlich,und was er schreibt, kalligraphisch richtig sein.

Der sprachliche Ausdruck ist das Barometer für das sach-liche Verständnis. Richtige mündliche Darstellung zeugt vonKlarheit und Helligkeit des Kopfes; Schwanken und Stotternlassen auf düstere Zustände des geistigen Firmamentes schliefsen.Alles »ich teile oder multipliziere mit so und so viel, nehmedas so und so oft mal« etc. ist vom Übel. Das »Wenn«und »So« müssen das Gerippe des logischen Körpers bilden.Dabei ist alles Dazwischenreden und Drängen seitens desLehrers zu vermeiden, weil es nur den Gedankenlauf desSchülers stört.

Was schriftlich dargestellt wird, mufs deutlich, sauber,übersichtlich sein und eine gefällige Form besitzen.Da schon der Stellenwert der Ziffern eine präcise Anschreibe-weise und schöne Darstellung erfordert, so mufs der Lehrereine solche für jede Rechenart aufstellen und auf deren Ein-haltung mit aller Strenge sehen. Dadurch erzielt man

a) bei den Schülern Sinn für Gesetzmäfsigkeit, Ordnungund Ebenmafs;

b) für den Lehrer eine leichte Durchsicht und Beurteilungder Arbeiten;