§ 70. III. Methode.
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Das Kopfrechnen soll das eigentliche Rechnen der Schulesein. Es ist praktische Logik und gewährt außerdem demjugendlichen Geiste den weitesten Spielraum für die freienLösungsarten, die so sehr den Geist bilden und das Urteilschärfen. Für das praktische Leben nützt es dem gemeinenManne schon deshalb mehr, weil dazu nichts nötig ist als eingesunder und geübter Kopf. Leider wird es in höheren Schulenmeistens vernachlässigt; und doch senden auch diese ihreSchüler in das öffentliche und praktische Leben 1
Um im Kopfrechnen eine gewisse Übung zu erzielen,mufs der Volksschule sogar geraten werden, wöchentlich eineoder zwei halbe Stunden ausschliefslich diesem Zwecke zuwidmen.
Dabei mögen folgende Regeln als Richtschnur gelten:
a) Der Lehrer spreche jede Aufgabe nur einmal, aberlangsam, deutlich, laut und ohne Einschaltung erläuternderBemerkungen vor, wobei die wichtigeren Wörter besondersund scharf betont werden.
b) Das Schreiben mit dem Finger in die Luft oder auf dieBank etc. ist nicht zu gestatten, weil solche Kopfrechner meistnicht mit Zahlen, sondern mit Ziffern, wie auf der Tafel,operieren. Ihnen mufs das Handwerk gründlich gelegt werden.
c) Man übe mit den Schülern solche Operationen fest ein,welche häufig vorkommen, suche eine Mehrheit von Operationenauf möglichst wenige, eine Reihe von Zahlen auf eine kleinereAnzahl und grofse oder unbequeme auf eine kleine und be-queme zurückzuführen.
d) Man schliefse die Reihenfolge der vorzunehmendenOperationen genau an den sprachlichen Ausdruck an undkomme dem Gedächtnis durch mündliche Wiederholung derbereits gewonnenen Resultate zu Hilfe.
Sollen z. B. Meter, Centimeter und Millimeter multipliziertwerden, so geschieht es in der nämlichen Reihenfolge, wie siegesprochen wurden.
Wenn nun oben das Kopfrechnen besonders betont wurde,so darf das keinesfalls so aufgefafst werden, als hätte dasZifferrechnen in den Hintergrund zu treten. Es sei hier an