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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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§ 70. III. Methode.

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ganze Abteilungen schwach, so lasse sie in gewissen Stundenmit den niederen Abteilungen rechnen.

c) Biete den Schülern in den einzelnen Unterrichtsstundennur weniges, behandle aber dieses um so gründlicher undallseitiger. In der Beschränkung zeigt sich der Meister.

d) Trachte stets, die Hauptmasse der Schüler auf gleichemStande zu halten. Nicht die Leistungen der besseren Schülergeben den Mafsstab für Beurteilung einer Schule; der kundigeMann wird stets darauf sehen, was die Mehrzahl geistig ver-arbeitet hat.

3. Bahne bei Lösung der Aufgaben in ersterLinie stets ein Normalverfahren an; erst späterfolgen die freien Lösungsarten.

Für jede Rechnungsart gibt es eine feste Form derLösung; sie mufs auch der schwächste Schüler kennen lernen,sonst gleicht er einem schwankenden Kahn auf bewegter See.Doch hüte sich der Lehrer, diese bestimmte Lösungsart demKinde zu geben, da sonst die Gefahr der mechanischenNachahmung sehr nahe liegt. Was dauernd bleiben undfruchtbar werden soll, mufs entwickelt werden. Dabei spieltder Lehrer eine Art Steuermann, der dem Schiffe nur dieRichtung weist; die treibende Kraft mufs im Vbrwärts-strebenden selbst liegen. Ganz fehlen darf aber bei Begründungneuer Rechnungsarten die Führung nie, weil sonst nicht nurdie Masse, sondern auch der beste Schüler, wenn er zu langevergeblich nach dem richtigen Wege sucht, die Kraft unddamit auch Lust und Interesse an der Arbeit verliert.

Sind nach mehreren vorgenommenen Entwicklungen diewesentlichen Momente des Verfahrens erkannt, so wird dieLösungsform knapp und präcis zusammengestellt und an neuenAufgaben erprobt. Diese sollen anfänglich in Bezug auf Ein-kleidung den vorhergehenden ähneln, nach und nach aberimmer neue Gesichtspunkte bieten.

Ist das Normalverfahren fest begründet und hinlänglichgeübt, so treten auch die freien Lösungsarbeiten in ihreRechte ein. Aber nicht der Lehrer darf solche vornehmenund geben, nein, der Schüler soll sie selbst finden. Oft ge-nügen einzelne Winke und Andeutungen, um die neuen Wege