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5. Der Unterricht in der Grammatik.
Im einzelnen sollen folgende Grundsätze Beachtungfinden:
1. Man suche den Kindern die grammatischeBelehrung zum Bedürfnis zu machen! Wenn auföfter vorkommende Fehler hingewiesen und gesagt wird, dafses ein Mittel gibt, dieselben zu vermeiden, wird einem frucht-baren Unterricht der Boden vorbereitet.
2. Nicht in wissenschaftlicher Darstellung, son-dern in methodischer Gliederung (— vom Leichtenzum Schweren, vom Bekannten zum Unbekannten, vom Ein-fachen zum Zusammengesetzten etc. —) ist der Unterrichtzu erteilen. Lange und schwierige Definitionen, Memorierenvon Wörterreihen, ausgedehnter Gebrauch der lateinischenTerminologie bleiben ausgeschlossen. Je mehr sich der Unter-richt durch Anlehnung an Orthographie, Aufsatz u. s. f. vomSystem entfernt, um so mehr ist durch Wiederholungen,die von Zeit zu Zeit angestellt werden, darauf zu sehen, dafsZusammenhang und Ordnung in den Stoff gebrachtund dem Schüler die Übersicht erleichtert werde.
3. Die Grammatik ist aus der lebendigen Spracheabzuleiten. Dabei kann man von gröfseren Ganzen (ebenbehandelten Lesestücken als Sprachmusterstücken) oder vonMustersätzen ausgehen, die dem nebenherlaufenden Sprach -und Sachunterrichte entnommen und darum dem Schüler ohnelange Erklärung verständlich sind. Immer aber ist einkonkreter Fall der Anknüpfungspunkt der Belehrung.Mehrere Beispiele, welche die verschiedenen Punkteder Regel deutlich veranschaulichen und welche inhalt-lich wertvoll sind, sollen derselben vorausgehen.
4. Der Schüler mufs die Regel möglichst selbst-thätig finden, sie in knapper Form mehrmal wieder-holen, ihren Wortlaut einprägen, eventuell die Regel odereinen Mustersatz in ein hiefür bestimmtes Heft eintragen.Durch die letztere Thätigkeit gelangt der Schüler mit der Zeitin den Besitz einer selbsterarbeiteten Beispielgrammatik.
5. Die Regel mufs auf zahlreiche andere Beispieleangewendet werden. Auch hier ist der Schüler zumSelbstbilden der Beispiele anzuhalten. Wenn der Lehrstoff