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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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59. II. Der Lehrstoff und seine Verteilung.

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Gradmesser der sprachlichen Bildung und gilt als eines derunerläfslichsten Bedingnisse der »Bildung« im gewöhnlichenSinne des Wortes. Da sie zudem Urteil und Gedächtnis schärftund lehrt, den Willen dem Zwang der Regel unterzuordnen,so ist sie von Bedeutung für Schule und Leben.

Ziel des Unterrichtes ist, dafs der Schüler seine Ge-danken ohne wesentliche Verstöfse gegen Orthographie undZeichensetzung niederschreiben lernt.

Dafs dieses Ziel nicht allzuleicht zu erreichen ist, liegt inder Natur der Sache. Schärfung und Dehnung, ja sogar ein-zelne Laute werden auf verschiedene Weise bezeichnet, dieGrofsschreibung, die beträchtliche Anzahl von gleich- undähnlichlautenden Wörtern, die Fremdwörter, die auf die Kenntnisder Satzlehre zu gründende Interpunktion, der beständige Ein-flufs des Dialekts wirken erschwerend auf die Erlernung derOrthographie.

§ So-ll. Der Lehrstoff und seine Verteilung.

Das orthographische Stoffgebiet ist für jede Schuleindividuell, d. h. es ergibt sich aus dem Sprach- und Sach-unterrichte derselben. Nach welchen Gesichtspunkten der ortho-graphisch-grammatische Lehrstoff auszuwählen, siehe § 64.

Der Lehrstoff läfst sich methodisch in folgende fünfGruppen gliedern :

1. Die Gleichschreibung. Jedes Wort wird mit denZeichen dargestellt, mit deren Lauten es ausgesprochen wird.

2. Die Andersschreibung. Lautgehalt und Zeichender Wörter decken sich nicht, und es entscheidet demnach dieKenntnis gewisser Regeln, oder auch der Abstammung oderdes Schreibgebrauchs.

3. Die Silbentrennung wird an den beiden vorher-gehenden Gruppen geübt. Andersschreibung und Silbentrennungsind ohne Beihilfe der Grammatik nicht zu lehren.

4. Die Grofsschreibung. Sie setzt die Kenntnis derWort-, auch der Satzarten und Satzzeichen voraus. Die bishergenannten methodischen Gruppen finden unter anderem ge-mischte Anwendung in den gleich- und ähnlichlautenden Wörternuud in den Fremdwörtern.