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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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§ 55. III. Methode des Aufsatzunterrichtes.

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Ziel: Die Wahrheit des obigen Sprüchleins an einem anderenBeispiele nachzuweisen.

a) Aufbau der neuen Erzählung: Nennt andere Gefahren,in die ein Knabe kommen könnte! Der Fall »die Gefahr, zuertrinken« wird festgehalten. Bei welcher Gelegenheit? (Baden.)Überschrift: Das Bad. Welchen Namen soll der Knabe haben?Zum Baden gehen die Knaben gewöhnlich in Gesellschaft. Wasmüssen wir daher von Karl zuerst aussagen? Karl ging mitandern Knaben zum Baden. Der Hirtenknabe Hans logdas erste Mal von einer Gefahr. Dasselbe wollte Karl thun. Ausder Gefahr, zu ertrinken, kann man sich durch Schwimmen retten.Wäre Karl ein guter Schwimmer gewesen, so hätten ihm dieKameraden wohl nicht geglaubt. Was müssen wir daher weitervon Karl aussagen? Er konnte nicht gut schwimmen. Wiewird jemand rufen, der sich im Wasser in Not befindet? Was thatalso Karl? Auf einmal rief er: Helft, ich ertrinkel Waswerden da die Kameraden gethan haben? Seine Kameradeneilten sogleich herbei und wollten ihm helfen. Karl waraber gar nicht in Gefahr. Er brauchte also auch niemand zurHilfe. Was konnte er selbst thun? Wie Hans, so hatte auch Karlseine Freude daran, dafs die Helfer umsonst gekommen waren.Sprecht das aus! Karl aber stieg selbst aus dem Wasserund lachte die Knaben aus.

Ähnlich werden auch die noch folgenden Teile entwickelt:Ein andermal schrie Karl wieder: Helft, ich ertrinke!Einige Knaben eilten herbei. Bis sie kamen, standaber Karl schon am Ufer. Da wurden die Kameradenverdriefslich und gingen zurück.

Das dritte Mal war das Wasser höher als sonst. Karlkam an eine tiefe Stelle und. wurde fortgerissen. Nunschrie er jämmerlich: 0 helft, o helft! Die andern Knabenjedoch hielten sein Geschrei für Verstellung, niemandkam ihm zu Hilfe, und Karl mufste ertrinken.

b) Zusammenfassen und Einprägen nach den währendder Entwickelung aufgeschriebenen Andeutungen: Karl zumBaden nicht gut schwimmen rief: Helft! Kameradenherbei u. s. w. Oder auch nach Fragen: Wohin ging Karl?Wie er schwimmen konnte? Was rief er? u. s. w. Oderindirekt: Wohin Karl ging? Wie er log? Was die Kameradenthaten? Wie die Sache das erste Mal ausging? u. s. w.

Die übrige Behandlung wie in der nachfolgenden Lehrprobe.

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