§ 55. III. Methode des Aufsatzunterrichtes.
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4. Die sprachliche Darstellung sei auf allen Stufenverhältnisniäfsig einfach, damit die Form dem Inhalte ent-spreche. Doch soll wenigstens vom 4. Schuljahr an einegewisse Mannigfaltigkeit im Ausdrucke bei ein unddemselben Thema (durch Veränderung der Wörter und Rede-wendungen, Umänderung der Sätze und der Disposition) erzieltwerden.
Blofses Auswendiglernen der Aufsätze ist ebenso, wie dasDrängen nach Formen, die über die Fähigkeit des Schülershinausgehen (z. B. Schilderungen, schwierigere Abhandlungen)für die stilistische Gewandtheit ohne Wert.
Die orthographische Vorbereitung berücksichtigt Recht-schreibung und Zeichensetzung, erstere durch Kopf buchstabieren,An- und Aufschreiben schwieriger Fälle.
5. Die Aufsatzvorbereitung gipfelt in dem mündlichenZusammenfassen des Textes. Dieses verleiht dem Schülerdas Gefühl der Sicherheit, ohne welches man ihm die Be-arbeitung einer Aufgabe nicht zumuten sollte.
Die schriftliche Ausarbeitung geschehe in der Regelunter den Augen des Lehrers, nicht als Hausaufgabe.
6. Jeder Aufsatz mul's- korrigiert und vom Schüler ge-gebenen Falles verbessert werden. Die Unterlassung dieserbeiden Thätigkeiten wirkt schädlich, weil sie die Kinder imUnrichtigen bestärkt. Für Schiefertafelarbeiten mag münd-liche Klassenkorrektur mit Vorführung der Verbesserungenan der Wandtafel und darauffolgender Durchsicht einzelnerArbeiten genügen. Heftarbeiten müssen mit roter Tinte auf ser-halb der Schulzeit sorgfältig und pünktlich korrigiert und beider Zurückgabe besprochen werden.
War die Vorbereitung darauf bedacht, Fehler zu ver-hüten, so ist die Korrektur ein zwar zeitraubendes, abernicht allzu schwieriges Geschäft. Sie kann noch erleichtertwerden durch Einführung von einfachen Korrekturzeichenfür bestimmte Fehler, durch Anlegung eines Fehlerheftesund besondere Aufmerksamkeit auf oft wiederkehrende (sogen.Klassen-) Fehler. Nach der vom Schüler vorgenommenenVerbesserung müssen die Arbeiten vom Lehrer wiederholtdurchgesehen werden.
Böhm, Praktische Untorrlchtslehro. 4. Aufl.
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