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3. Der Aufsatzunterricht.
Stückes auf das Wesentlichste darstellen. Als gute Schulung desVerstandes ist es besonders in der Mittel- und Oberklasse zu pflegen-.
c) Die Übertragung poetischer Stücke in Prosageschieht am dankbarsten an erzählenden Stoffen. Die Vorbehand-lung fällt hier ebenfalls dem Leseunterrichte zu, während der Auf-satzunterricht eine gut geordnete Wiedergabe des Hauptinhalteserzielt, die sich, je höher die Stufe, um so weniger an den Wortlautdes Gedichtes anschliefsen darf.
d) Die Beschreibung und Vergleichung kann alsNach- oder als Neubildung geübt werden. Sie mufs von konkretenoder konkret denkbaren Anlässen — Dingen oder Erscheinungen —>ausgehen, sich nach stets gleichbleibenden Dispositionspunkten auf-bauen und dabei das Charakteristische herausgreifen. Beide Formengehören zu den nützlichsten Stilübungen und sind darum in ent-sprechender Abstufung in allen Klassen zu verwenden. Abwechslungim Ausdrucke mufs hier besonders angestrebt worden.
e) Die Erzählung als Nachbildung ist meist dem Lesobuche,als Neubildung dem wirklichen Leben anzuschliefsen. Sie eifert dasInteresse der Kinder lebhafter an, als die Beschreibung oder Ver-gleichung, beansprucht aber auch gröfsere Gewandtheit im Ausdrucke.Da sie die stilistischen Zwecke vorzüglich fördert, ist sie in stufen-mäfsiger Weise schon von der Unterklasse an zu pflegen.
f) Der Brief ist jene Aufsatzform, welche der Schüler imspäteren Leben fast ausschliefslich gebraucht und an welcher erdemnach die erworbene stilistische Fertigkeit zeigt. Übung im Brief-schreibon ist darum in der Volksschule notwendig. Eine Haupt-aufgabe ist hier die Erlernung der Anrede- und der hergebrachtenäufseren Form, welch letztere soweit zu pflegen ist, dafs der Brief»postfertig« vorliegt. Eine gleich unmittelbare Vorbereitung fürdas Leben kann jedoch nicht vom Inhalte verlangt werden.Schülerbriefe sind und bleiben Schülerbriefe und schöpfen ihrenInhalt ebensowohl wie andere Stilgattungen aus dem übrigen Unter-richte (Einkleidung von Beschreibungen und Erzählungen in Brief-form) und, soweit sie aus der Schule hinausgreifen, aus der An-schauungs- und Denkweise des Kindes. Dieser letzteren unfafsbareVerhältnisse oder gemachte Gefühle aufdrängen zu wollen, istfalsch. Die Behandlung geht von konkreten Fällen aus, die zurAbleitung der Theorie dienen.
g) Aus den beim Briefe angeführten Gründen ist auch dieAnfertigung der Geschäftsaufsätze nicht zu entbehren. Auchhier handelt es sich um die Aneignung ziemlich feststehenderFormen, während gedachte praktische Fälle den Inhalt bilden.Behandlung wie beim Briefe.